Mohammed hatte keines

29. November 2009, 17:45
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Was heute als "urislamische" Architektur gilt, ist osmanisch

Die Regeln zu Moscheen- und Minarettenbau sind einfach: Es gibt keine. Es gibt nur Traditionen. Was heute als "urislamische" Architektur gilt, ist osmanisch. Die osmanische Moscheenarchitektur hat sich tatsächlich breitflächig durchgesetzt, wobei jedoch nicht in der ganzen islamischen Welt die spitzen Minarette der Osmanen nachgebaut werden, in denen die Schweizer und andere Islamophobe Raketen sehen, mit denen der Westen erobert werden soll.

Die frühen Muslime zu Zeiten Mohammeds (gest. 632) kannten gar kein Minarett, der Gebetsruf erfolgte vom Dach des Hauses des Propheten in Medina. Die ersten Minarette dürften ein paar Generationen später in Syrien gestanden sein - ein guter Hinweis auf die christliche Verwandtschaft, die wiederum in der Tradition antiker Türme steht. Ein Minarett - das arabische "Manara" (Leuchtturm) kam übers Türkische ins Deutsche - war immer ein multifunktionaler Turm, für den Gebetsruf in verstärkerlosen Zeiten, als Wachtturm, als Stilelement für eine große Moschee, am besten mehr als eines und mit Lichtern behangen. (guha/DER STANDARD, Printausgabe, 30.11.2009)

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