Schwerer Sturz überschattet Cuche-Sieg

29. November 2009, 13:41
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Zweiter Saisonerfolg des Schweizers in Abfahrt von Lake Louise, Amerikaner Lanning vermutlich schwer verletzt - Walchhofer Vierter

Lake Louise - Der Schweizer Didier Cuche siegte am Samstagabend in der Abfahrt von Lake Louise. Er gewann vor dem Italiener Werner Heel (0,44 Sek. zurück) und seinem Landsmann Carlo Janka (0,62). Als Bester eines ansonsten schwer geschlagenen ÖSV-Teams landete Michael Walchhofer mit einem technischen Problem am Schuh auf dem vierten Rang (0,67 zurück). Cuche übernahm nach seinem zweiten Saisonerfolg wieder die Führung im Gesamtweltcup, er hatte bereits den Riesentorlauf in Sölden für sich entschieden.

Überschattet wurde das Rennen vom schweren Unfall des Amerikaners Thomas "TJ" Lanning. Er stürzte kopfüber und verdrehte sich sein linkes Bein schrecklich, als die Kante des Skis noch einmal griff, die Bindung sich aber nicht öffnete. Lanning musste nach längerer Behandlung mit dem Hubschrauber abtransportiert werden. Er war in der letzten Saison auch in Kitzbühel schwer zu Sturz gekommen. 

Geklebte Schnalle

"Ich bin zufrieden mit der Leistung, auch wie ich gefahren bin. Was ich machen wollte, ist mir aufgegangen", sagte Cuche, der das erste Training dominiert hatte, nach seinem insgesamt elften Erfolg im Weltcup. Walchhofer, Verteidiger im Abfahrtsweltcup, hatte großes Pech, denn wenige Minuten vor seinem Start brach die dritte Schnalle am Skischuh, die Startvorbereitung Walchhofers wurde vom Werkeln des Servicemanns schwer gestört.

"Eine blöde Geschichte. Es ist die wichtigste Schnalle am ganzen Schuh, ohne sie hat man nicht so den Halt. Ich habe es dann mit Routine versucht, aber der Cuche ist sauber gefahren", so Walchhofer. Er verlor nach starker oberer Zwischenzeit sukzessive an Terrain, da er ob der bloß geklebten Schnalle nicht wie gewohnt der Druck auf den Ski geben konnte. Dann kam noch ein Fehler im Steilstück dazu, die Siegchance war weg. Walchhofer: "Für diese Umstände bin ich mit der Fahrt zufrieden."

Cuche fürchtete aufgrund der langen Unterbrechung nach dem Sturz von Lanning noch etwas eine mögliche Wetterbesserung. Tatsächlich wurde die Sicht für die letzten Starter etwas besser, am Resultat ganz an der Spitze änderte sich aber nichts mehr. Der 40-jährige Patrick Järbyn fuhr mit Startnummer 55 immerhin noch auf den siebenten Platz vor. Von seiner eigenen Leistung war Cuche ob des schlechten zweiten Trainings ein wenig überrascht: "Die Korrekturen, die ich machen wollte, sind mir gelungen. Ich habe meine Linie umgestellt, bin nicht so hart, sondern mehr mit Gefühl gefahren."

Und natürlich ist der Schweizer jetzt auch für den Super-G am Sonntag optimistisch ist: "Ich wusste nicht ganz, wie ich beinander bin in der Abfahrt. Aber wenn es in der Abfahrt und im Riesen gut geht, sollte es auch im Super-G gut gehen." Mit Schaudern hatte sich Cuche wie das Gros der Fahrer im Zielraum weggedreht, als die Bilder vom Sturz Lannings noch einmal eingespielt wurden. "Es tut mir leid für TJ, er ist schon so oft verletzt worden", sagte Cuche. Für den Amerikaner war Lake Louise das erste Weltcup-Rennen seit 24. Jänner in Kitzbühel gewesen, als er sich auf der Streif das Kreuzband im Knie gerissen hatte.

"Ich schau da gleich wieder weg", sagte Klaus Kröll, als 14. unmittelbar vor Romed Baumann zweitbester Österreicher. Sehr unzufrieden war er mit seiner Fahrt. "Das war ziemlich schlecht, ich bin oben gleich bei den zwei Kurven nicht auf Zug, nicht ins Fahren gekommen. Im mittleren Teil hat das Timing nie gepasst." Die drei Langzeitverletzten Mario Scheiber, Andreas Buder und Hans Grugger, kamen bei ihrem Comeback nicht in die Punkteränge. Ebenfalls im geschlagenen Feld waren der US-Amerikaner Bode Miller und der Norweger Akel Lund Svindal zu finden. (red)

 

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    Didier Cuche ließ schon einmal den Ski kreisen...

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    TJ Lanning wird in die Klinik abtransportiert.

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