Weihnachten bleibt trotz Krise ein gutes Geschäft

29. November 2009, 16:37
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Das US-Weih­nachtsgeschäft startete angesichts der Krise nicht berauschend, in Österreich und Deutschland lief es besser

Wien - Enttäuschender "Black Friday": Der traditionelle Startschuss für das US-Weihnachtsgeschäft brachte zwar Millionen Shopper auf die Beine. Doch hielten diese ihre Geldbörse fest im Griff. Statt sich von überschäumender Konsumlaune verleiten zu lassen, hätten die meisten es auf Superbilligangebote abgesehen. "Was zum vollen Preis angeboten ist, wird nicht einmal angeschaut", sagte ein Marktforscher. Konkrete Zahlen liegen aber noch nicht vor.

"Dies ist nicht das Jahr, in denen die Geldbörsen einfach aufgehen", sagte ein Manager von Best Buy, einer Kette für Fernseher, Computer, Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte. Allerdings meinte er, die Schlangen vor den Läden seien heuer deutlich länger gewesen als vor einem Jahr, als das Land vom Ausbruch der schweren Finanzkrise schockiert war.

Der Tag nach Thanksgiving gilt in den USA als umsatzstärkster Einkaufstag des Jahres. Viele Kaufhäuser und Ketten öffnen schon vor dem Morgengrauen, manche sogar schon um Mitternacht. Allerdings drückt vor allem die hohe Arbeitslosigkeit von derzeit über zehn Prozent die Kauflaune.

In Österreich war der Handel am ersten Einkaufssamstag überwiegend zufrieden, "fulminant" sei das Geschäft aber erwartungsgemäß nicht verlaufen, hieß es aus der Wirtschaftskammer Österreich. Viele Kunden kamen nur zum Gustieren und Schauen, berichtete Bundesspartenobmann Erich Lemler. In Summe sei es ein "guter erster Einkaufssamstag" gewesen, an dem die Vorjahresumsätze - wie erwartet - großteils erreicht wurden. Auch das gute Wetter habe dazu beigetragen, dass viele Österreicher in den Einkaufsstraßen und Shoppingcentern unterwegs gewesen seien. In den einzelnen Branchen meldeten die Händler laut Lemler aber unterschiedliche Ergebnisse: Spielwaren, Schmuck und Sportartikel liefen sehr zufriedenstellend, Bekleidung und Schuhe eher verhalten.

Trotz Wärme

Trotz milder Temperaturen ist auch der deutsche Einzelhandel gut ins Weihnachtsgeschäft gestartet. "Die Leute vergessen das Schenken in der Krise nicht", sagte der Präsident des Hessischen Einzelhandelsverbands, Frank Albrecht. Andrang und Umsatz versprächen ein sehr stabiles Geschäft. Auch in Sachsen-Anhalt, Bayern und Baden-Württemberg war der Handel zufrieden. Gefragt waren die klassischen Weihnachtsgeschenke, vor allem Spielzeug und Unterhaltungselektronik. Kummer machte den Händlern das milde Wetter. Bei Frost verkaufe sich Winterbekleidung besser. Allerdings: Ein Viertel aller Geschenke liege mittlerweile als Geld oder Gutschein unterm Weihnachtsbaum. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 30.11.2009)

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    Die Amerikaner schielen nur nach Superbilligangeboten. In Österreich und Deutschland sitzt die Geldbörse hingegen lockerer.

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