Dawydenko eliminiert Federer

29. November 2009, 13:08
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Sieg gegen formschwachen Schweizer in drei Sätzen mit 6:2,4:6,7:5 - Endspiel gegen Del Potro, der Söderlings Erfolgsrun beendete

London - Nikolai Dawydenko hat die Tenniswelt überrascht und beim ATP-World-Tour-Finale völlig unerwartet wie im Vorjahr das Finale erreicht. Der Russe kämpfte am Samstag in London im ersten Halbfinale den Weltranglisten-Ersten Roger Federer nach 1:55 Stunden mit 6:2,4:6,7:5 nieder. Dawydenko feierte dabei vor 17.500 Zuschauern im 13. Duell gegen den Schweizer seinen ersten Sieg.

Im Endspiel am Sonntag trifft Dawydenko auf US-Open-Sieger Juan Martin Del Potro.  Der Argentinier bezwang am Samstagabend im zweiten Halbfinale Robin Söderling aus Schweden mit 6:7,6:3,7:6 und verhindert ein vollständiges Überraschungs-Finale. Söderling war als Ersatzmann für das Saisonabschluss-Turnier der besten acht Tennisprofis des Jahres nominiert gewesen und rutschte durch die Absage des verletzten Andy Roddick ins Feld.

Federer, der die Saison trotzdem als Nummer eins beenden wird, war beim Halbfinale erneut weit von seiner Bestform entfernt und musste sich Dawydenko erstmals geschlagen geben. Vor allem sein Aufschlag und seine Vorhand ließen ihn immer wieder im Stich. Dabei hatte der 28-Jährige im entscheidenden Satz bei Aufschlag Dawydenko bereits mit 5:4, 30:0 geführt, doch danach lief beim Branchenführer fast nichts mehr zusammen. "Ich habe in diesem Moment wie so oft in diesem Spiel den falschen Schlag gewählt", stellte Federer selbstkritisch fest. "Das ist sicherlich enttäuschend. Ich hatte gehofft, ins Finale einzuziehen und es wieder zu gewinnen."

Erst am Freitagabend gegen Mitternacht hatte sich Dawydenko für die Vorschlussrunde qualifiziert, indem er Söderling mit 7:6(4),4:6,6:3 bezwang. Dennoch war bei dem Russen von Müdigkeit nichts zu spüren. Wiewohl er beinahe mit einer Niederlage gegen die Nummer eins gerechnet hatte. In ganz anderer Stimmung war freilich Dawydenko. "Ich hatte keinen Druck. Ich wusste, dass ich gut spiele." Allerdings, so der Schützling von Ronnie Leitgeb, hätte er mit einer Niederlage gerechnet. "Am nächsten Tag wäre ich schon auf den Malediven gewesen", strahlte Dawydenko aber trotzdem. "Meine gesamte Familie und jeder der mich unterstützt, hat auf diesen Moment gewartet, dass ich Federer schlagen kann, weil ich habe sonst jeden in den Top Ten schon geschlagen." (APA/red)

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    Zweite Finalchance in Folge für Dawydenko

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