Morales: Kommission will Präsidentenwahl torpedieren

28. November 2009, 17:04
27 Postings

Gremium hatte mehr als 400.000 registrierte Wähler zur Vorlage von Geburtsurkunden aufgefordert

La Paz - Gut eine Woche vor der Präsidentenwahl in Bolivien hat der linksgerichtete Amtsinhaber Evo Morales der Nationalen Wahlkommission vorgeworfen, sie wolle die Abstimmung torpedieren. Die Kommission hatte mitgeteilt, 400.671 der insgesamt 5,3 Millionen bereits registrierten Wähler dürften ihre Stimme nur dann abgeben, wenn sie bis kommenden Donnerstag zusätzlich noch ihre Geburtsurkunde bei den Behörden vorlegten.

Viele Bolivianer haben jedoch keine Geburtsurkunde, deren Ausstellung Monate in Anspruch nehmen kann. Und wer das Dokument hatte, fand sich in langen Schlangen vor den jeweils zuständigen Ämtern wieder.

"Wahlbehörde provoziert"

"Die Wahlbehörde provoziert das Volk, damit es sich erhebt und die Wahl dann abgesagt werden kann. Sicher wollen sie (die Mitglieder der Wahlbehörde) die Wahlen nicht", sagte Morales, der die Wahl allen Umfragen zufolge gewinnen wird. Er lag zuletzt etwa 32 Prozentpunkte vor dem stärksten Kandidaten der Opposition. Zugleich rief Morales seine Anhänger am Freitag auf, für einen geordneten Ablauf der Wahl zu sorgen und der Wahlkommission so einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Das neue Wählerverzeichnis war zwischen 1. August und 15. Oktober angelegt worden. Die Wahlberechtigten konnten sich dort unter Vorlage ihres Personalausweises einschreiben. Zwei Wochen vor der Wahl teilte die Kommission dann überraschend mit, bei mehr als 400.000 Wählern (7,5 Prozent der Wahlberechtigten) habe sie Bedenken über deren Identität, und diese müssten nun eine Geburtsurkunde vorlegen. (APA)

Share if you care.