Von Dubai bis Klagenfurt

28. November 2009, 14:53
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An der Wurzel einer Finanzkrise stehen stets unver­käufliche Häuser – und oft größenwahnsinnige Prestigebauten

Die Finanzkrise, hört man meist, hat ihren Ausgang von komplexen, undurchsichtigen Finanzprodukten genommen. Falsch. Die Krise ist vor allem entstanden, weil auf Pump mit Beton, Glas und Ziegel Gebäude errichtet wurden, die sich dann als gigantische Denkmäler der Geldvernichtung erwiesen haben.

Das gilt für hunderttausende Reihenhäuser in Florida genauso wie für die größenwahnsinnigen Wolkenkratzer und künstlichen Inseln in Dubai. Wer nicht weiß, wie man eine Blase erkennt, dem ein kleiner Tipp: Wenn in einer der unwirtlichsten Gegenden der Welt riesige Häuser entstehen, die angeblich vom internationalen Jetset begehrt werden, dann ist das zweifellos eine Blase. Wer dort sein Geld hineinsteckt – ob Bank oder Immobilieninvestor -, der kann es gleich aus dem obersten Fenster des Burj Dubai, des höchsten Gebäudes der Welt, werfen.

Die Stadt am Golf, die nach einem unglaublichen Boom praktisch pleite ist,. wird wohl so enden wie Fatepur Sikri, die Ruinenstadt der Mogulen in Nordiniden, die verlassen wurde, bevor sie überhaupt vollendet war.

Aber so weit muss man gar nicht schauen. Auch das Desaster der Hypo Alpe Adria war absehbar. Eine Provinzbank, die ihre Bilanzsumme in wenigen Jahren durch Milliardenkredite für Hotel- und Immobilienprojekte in Kroatien vervielfacht, die ist zum Scheitern verurteilt.

Und wenn diese Bank unter ihrem größenwahnsinnigen Vorstandschef sich dann noch in Klagenfurt eine riesige und teure Konzernzentrale hinstellt, dann sollten alle Alarmsirenen losgehen.

Das ist eigentlich nicht so schwer zu erkennen (Anmerkung: ich habe den Absturz von Dubai und der Hypo frühzeitig vorausgesagt, dafür aber andere Blasen nicht). Aber stets lassen sich selbst erfahrene Investoren und Experten durch einen Immobilienboom blenden. Vielleicht lernen sie etwas daraus für die nächste Blase.

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