Der Kontrabass

27. November 2009, 18:12
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"Un ballo in maschera": eine Posse

Wien - "Gott, bewahr uns dieses große Herz!" , sang der Staatsopernchor - sinngemäß - zum Ende hin, und tat er es nicht ein bisschen inniger als sonst? Denn zu Beginn der Aufführung herrschte zuerst nur langes Warten, gefolgt vom Hausherrn, der vor den Vorhang trat und erklärte, dass leider nicht alle Mitglieder des Staatsopernorchesters zum Dienst erschienen seien, der Solobassist fehle. Holender: "Ohne Solobassist beginne ich keinen Maskenball!" Alle Münder stehen still, wenn dein starker Arm es will. Eine "Desavouierung des Orchesters vor vollem Haus" , wie es Mitglieder des Staatsopernorchesters empfanden?

Aber nein, kalmiert der Opernchef tags darauf, natürlich könne man bei unvorhergesehenen Ausfällen auch mit fünf Kontrabässen in den Maskenball starten; "ein Missverständnis" hätte die Verzögerung verursacht, da müsse man sich beim Publikum entschuldigen. Wird die Zeit nach Holender herzloser oder herzlicher werden? Wir werden genau hinhören. (Stefan Ender, DER STANDARD/Printausgabe, 28./29.11.2009)

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