Finanzieller Sandsturm

27. November 2009, 17:58
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Wie schon oft erscheinen die Handlungen der Dubaier Regierung unkoordiniert

Der finanzielle Sandsturm, der ausgehend von Dubai derzeit die Weltbörsen zerzaust, kommt für Dubai zur Unzeit. Es kann nur darüber spekuliert werden, warum das Emirat gerade jetzt die Katze aus dem Sack ließ und um Schuldenaufschub bat. Gerade erst war Dubais Herrscher Scheich Mohammad Al Maktoum in Großbritannien, um der Queen die Hand zu schütteln und die großartigen Wirtschaftsbeziehungen zu preisen. Ein paar Tage später stellt sich heraus, dass HSBC, Standard Chartered und die Royal Bank of Scotland einige der größten Gläubiger des Emirates sind und nun um ihre Kredite bangen müssen.

Wie schon oft erscheinen die Handlungen der Dubaier Regierung unkoordiniert und nicht vorausblickend. Trotz der hochbezahlten Berater, die Scheich Maktoum umgeben, stiftet das Krisenmanagement mehr Chaos und Verwirrung als nötig wäre. Weiterhin fehlt es an Transparenz, es gibt keinen Einblick in die Bücher der hochverschuldeten staatlichen Firmenkonglomerate, keine Statistiken über die Schuldenexposition. Mit der Geheimnistuerei tut sich Dubai selbst keinen Gefallen, und um das Vertrauen der Investoren wieder herzustellen, braucht es nun mehr als nur große Worte. Die von Dubais gerne gepriesene nachhaltige Wirtschaft kann so nachhaltig nicht sein, wenn man sich die pompösen Hotelkomplexe und Inselgruppen vor Augen führt.

Das wirklich Beunruhigende jedoch ist, dass die Immobilienentwicklung in Dubai durchaus Parallelen zum Crash des US-Immo-Markts von vor zwei Jahren hat. (Arno Maierbrugger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28./29.11.2009)

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