Deutsche Bahn schleift beim Gewinn ein

27. November 2009, 17:45
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Der Staatskonzern schraubt seine Prognose abermals herunter und rechnet 2009 mit einem Einbruch um gut eine Milliarde Euro

Berlin - Die Wirtschaftskrise trifft die Deutsche Bahn noch weit härter als bisher bekannt. Der Staatskonzern schraubt seine Gewinnprognose für dieses Jahr abermals herunter und rechnet nun mit einem Einbruch um gut eine Milliarde Euro, wie Konzernunterlagen zeigen, die Reuters am Freitag vorlagen. Demnach geht die Bahn nun nur noch von einem operativen Gewinn von rund 1,4 Mrd. Euro aus. Im Vorjahr lag das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) bei fast 2,5 Mrd. Euro. Zuletzt hatte das Unternehmen noch 1,8 Mrd. Euro angepeilt.

Bemerkbar machte sich neben der Schwäche bei der Güterbahn auch der gesamte Preisverfall in der Logistik, die auch die Bahn-Spedition Schenker massiv traf.

Auch der Umsatz soll weit unter dem Vorjahr und unter den Planungen liegen: Die Bahn rechnet für 2009 nun auf vergleichbarer Basis mit Erlösen von weniger als 30 Mrd. Euro. Im Vorjahr waren es noch rund 33,5 Mrd. Euro. Auch hier wurde das Ziel für 2009 damit nochmals gekürzt. Die Bahn wollte sich nicht zu den Zahlen äußern.

Kaum ein Geschäftsfeld des Konzerns konnte den Unterlagen zufolge die an die Krise bereits angepassten Umsatzzahlen erreichen. Die Spedition Schenker (Lkw, Flugzeug, Schiff) verfehlte sie sogar um fast zwei Milliarden Euro und lag über drei Milliarden niedriger als im Vorjahr. Die Güterbahn liegt den Angaben zufolge um gut eine Milliarde Euro unter Vorjahr.

Nahverkehr stabil

Einzig der von staatlichen Aufträgen abhängige Nahverkehr bleibt offenkundig stabil: Die Sparte könnte leicht besser als die Planung und sogar besser als im Vorjahr abschneiden.

Dafür schreitet der Personalabbau deutlich schneller voran: Bisher wollte der Konzern die Zahl der Mitarbeiter auf knapp 239.000 senken. Nun sollen fast 3000 Stellen mehr wegfallen.

Wie gravierend sich die Krise auf die Lage bei der DB auswirkt, zeigt auch ein Blick auf den Gewinn nach Zinszahlungen. Dieser gilt wegen der hohen Verschuldung des Konzerns als besonders aussagekräftig: Er wird nun den Unterlagen zufolge um über 60 Prozent auf rund 650 Mio. Euro schrumpfen. Im Vorjahr waren es noch über 1,7 Mrd. Euro. So wird auch die Verschuldung der Bahn anders als geplant nicht sinken sondern auf dem Vorjahresniveau von fast 16 Mrd. Euro bleiben.

Damit ist die Bahn auch wohl weit von einem Börsengang entfernt: Die für die Kapitalmärkte wichtige Kennziffer der Rendite auf das eingesetzt Kapital wird so auf unter 5 Prozent absacken. Im Jahr 2008, dem des geplanten Börsengangs, lag sie noch bei fast 9 Prozent. (APA)

 

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