Die weitere Entwicklung des Markus R.

27. November 2009, 17:37
33 Postings

Markus Rogan hat sich verändert. So konzentriert sich der ehemalige Rückenspezialist auf die 200 Meter Lagen, zunächst in der Stadthalle und bald bei der EM. Insgesamt tritt er leise

Wien - Zeit seiner Schwimmkarriere ist Markus Rogan beraten worden, das hat ihm mehr oder weniger genützt. Kontakte zu Journalisten hatte er stets auch sozusagen privat, wovon er ebenfalls mehr oder weniger profitierte. Nun, da er nach Trainingsmonaten in Los Angeles, wo er als Schwimmer einst groß geworden ist, an beste Zeiten erinnert, ist Ronald Leitgeb sein Manager. Leitgeb stand dahinter, als Rogan verlautbarte, er werde größere Interviews nur noch im Gegenzug für Spenden an die Kinderhilfsorganisation Tesfaye geben. Aktuelle Fragen beantwortet Rogan aber schon, so beim Ströck-Qualifying in der Wiener Stadthalle, wo er am Freitag mit Rekord im Rückensprint (23,98) loslegte und am Samstag mit 200-m-Lagen-Rekord nachlegen will.

"Das Schönste ist" , sagte Rogan also, "wenn du Potenzial siehst, eine Weiterentwicklung spürst, sie selbst vorantreiben kannst." Und genauso geht es ihm als Lagenschwimmer, da er nicht nur Rücken, sondern davor auch Delfin sowie hernach noch Brust und Kraul schwimmt. Von einem "größeren Return of Investment" spricht Rogan. Einerseits gibt es hier drei Strecken, über die er sich eher verbessern kann als im Rückenschwimmen, das er andererseits nicht vernachlässigen dürfe, weil er hier gegenüber der Konkurrenz am meisten herausholen könne. Österreichischer Rekord, Europarekord, Weltrekord - darauf kann man Rogan aktuell schon anreden. "Darian wird den Weltrekord nicht so leicht hergeben" , sagt Rogan und meint den Südafrikaner Darian Townsend, der ebenfalls in der Stadthalle gastiert.

Rogan will nicht ausschließen, dass er bei der Kurzbahn-EM in Istanbul (ab 13. Dezember) kein einziges Rückenrennen bestreitet. Und er würde sich wünschen, im Lagen-EM-Finale auf Dinko Jukic zu treffen. Auch Jukic hat am Freitagvormittag schon ein EM-Limit erbracht, insgesamt erfüllten bereits zehn Herren und vier Damen die Norm für Istanbul, wo also mit einer Mannschaft in Rekordgröße zu rechnen ist.

Gut möglich, dass man Rogan nach diesem Wochenende in Wien so bald nicht mehr schwimmen sehen wird, bei den Hallen-Meisterschaften ist er nach einem Vereinswechsel gesperrt. Dass er von Schwechat zur Hakoah ging, war indes nicht finanziell motiviert, wie Rogan und Hakoah-Präsident Paul Haber betonen. Bis 1. Dezember bleibt Rogan jedenfalls in Wien, da ruft das Bundesheer zur Musterung. Wie weit er vorausblickt? "Bis zum nächsten Lauf." So weit, so aktuell. (Fritz Neumann - DER STANDARD PRINTAUSGABE 28.11. 2009)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Markus Rogan über das Lagenschwimmen: "Da habe ich vier Möglichkeiten, mich zu verbessern." Am Samstag geht er in der Stadthalle auf seinen Rekord über 200 Meter (1:53,69) los.

Share if you care.