Hektische Fahndung nach gefährlichen Ausbrechern

27. November 2009, 17:22
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Die Männer hatten Geiseln genommen - der eine nicht zum ersten Mal

Keine Spur gab es am Freitag von zwei gefährlichen Kriminellen, die aus der Justizvollzugsanstalt Aachen in Deutschland entkommen waren.

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Hamburg/Köln - Ein Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) Aachen könnte den beiden Häftlingen bei ihrer Flucht aus dem Gefängnis geholfen haben: Am Freitag, einen halben Tag nachdem Michael H. (50) und Peter Paul M. (46) einen Wächter mit einem Messer überwältigt, den Portier niedergeschlagen, ein Taxi gekapert und dessen Fahrer - sowie in der Folge einen zweiten - vorübergehend als Geiseln genommen hatten, wurde der JVA-Bedienstete festgenommen.

Das teilte die nordrhein-westfälische Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) bei einer Pressekonferenz Freitagnachmittag mit. Zu diesem Zeitpunkt fehlte von den Männern jede Spur. Nachdem H. und M. die geschockten Taxilenker am Bahnhof vor dem Kölner Dom zurückgelassen hatten, verschwanden sie. Eine Spezialeinheit der Polizei sperrte die Kölner Innenstadt ab und kontrollierte Fahrzeuge im Stadtgebiet. Mit einem Hubschrauber wurden die Dächern abgesucht.

Die Ausbrecher - sie tragen Waffen bei sich - gelten als besonders gefährlich. Laut Müller-Piepenkötter saßen sie wegen Mordes, versuchten Mordes und Geiselnahme lebenslang in Sicherheitsverwahrung ein. Laut Spiegel Online soll H. bis zum Hals tätowiert sein, unter anderem mit Nazirunen.

Er hatte schon einmal versucht, aus einem Gefängnis zu fliehen, und beim Anstaltsarzt Geiseln genommen. Am 30. Juni 1992 täuschten H. und sein damaliger Komplize Kurt K. in der JVA Werl (Nordrhein-Westfalen) Zahnschmerzen vor. In der Praxis brachten sie sechs Personen in ihre Gewalt.

Mit Benzin übergossen


Als eine Spezialeinheit zu ihnen vordrang, übergoss Komplize K. eine Arzthelferin und einen JVA-Beamten mit Benzin und zündete sie an. Sie erlitten schwere Verbrennungen. H. selbst wurde bei dem Zugriff angeschossen. "Er hat nichts mehr zu verlieren" , wurde am Freitag ein pensionierter JVA-Mitarbeiter zitiert. (bri, DER STANDARD - Printausgabe, 28./29. November 2009)

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    Polizisten beim Spurensuchen vor der JVA Aachen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Ausbrecher in Köln schon untergetaucht.

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