Weltweit verbesserte Gesundheit durch Klima-Maßnahmen

27. November 2009, 18:50
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Lancet-Studien zeigen, dass Klimaschutz auch der Volksgesundheit dient

London - Die gesundheitliche Situation großer Bevölkerungsteile kann durch Klimaschutz-Maßnahmen direkt verbessert werden, wie aus einer Reihe von Untersuchungen, die in der Zeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde, hervorgeht. Die Forscher verglichen dazu, wie sich verschiedenste Maßnahmen zur Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes in verschiedenen Sektoren auf das Auftreten von Krankheiten auswirken würden. Um auf Unterschiede zwischen Industrie- und Entwicklungsländern einzugehen, wurde das Modell an den Beispielen England und Indien angewandt.

Gesunde neue Öfen

Als gesündesten Klimaschutz schlagen die Autoren die Auswechslung von 150 Millionen Öfen vor, die in Innenräumen von Indiens Haushalten täglich mit Biomasse geheizt werden. Über zehn Jahre könnte das zwei Millionen frühzeitige Tode durch Atemwegs- oder Blutkrankheiten verhindern und hunderte Millionen Tonnen CO2 einsparen. Doch auch in England könnte mehr Energieeffizienz in Eigenheimen Herz- und Lungenkrankheiten deutlich senken. Das könnte durch andere Belüftung, Umstieg im Heizungswesen oder umweltfreundlicheres Verhalten gelingen, was in Summe eine sogar dreimal höhere CO2-Reduktion pro Einwohner bewirke.

Eine weitere Studie nahm den städtischen Verkehr und Folgen seines Wandels unter die Lupe. Das Modell berücksichtigte dafür eine stärkere Verbreitung von Autos mit weniger Abgasen und das Zurücklegen von Kurzstrecken zu Fuß oder per Fahrrad. Egal ob nun in Delhi oder London, zeigte sich eine um bis zu 25-prozentige Besserung von koronaren Durchblutungsstörungen und Infarkten, die zur Zeit die weltweit häufigste Todesursache sind. Ähnliche Effekte würden auch bei einer Kohlenstoff-freien Energieerzeugung, sowie bei bestimmten Klimaschutz-Maßnahmen in Industrie und Landwirtschaft eintreten.

Einfluss auf globales Gleichgewicht

"Der Klimawandel bedroht uns alle, doch seine Auswirkungen werden voraussichtlich besonders die ärmsten Teile der Bevölkerung jedes Landes am stärksten treffen", so Kirk Smith von der University of California in Berkeley, einer der Studienautoren. Politikern könnte dieses Wissen dazu helfen, durch Klimaentscheidungen auch die Gesundheit zu verbessern. "Wenn wir mit Vorsicht auswählen, auf welche Weise Treibhausgase reduziert werden, können wir dadurch zum globalen Gleichgewicht in gesundheitlicher Hinsicht beitragen", so der Forscher.

Lancet-Herausgeber Richard Horton sieht in den Ergebnissen einen Schlüssel zur Vermittlung des Klimaschutzes. "Überall herrscht der Eindruck, dass uns jede Maßnahme gegen die globale Erwärmung negativ treffen wird. Wir sollen weniger autofahren, weniger fliegen, unsere Ernährung umstellen und Energie anders erzeugen." Dass die Gesundheit durch sorgfältige Auswahl der Klimaschutz-Maßnahmen verbessert und Leben gerettet werden könnten, sei hingegen keine schlechte Nachricht. (red/pte)

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