Einkaufsmanager glauben an Aufschwung

27. November 2009, 12:41
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BA-Volkswirte: "Atempause der heimischen Industrie" - Preistrends belasten, weiterer Beschäftigungsabbau

"Der Weg aus der Krise ist für die österreichische Industrie wie erwartet holprig", resümieren die Volkswirte der Bank Austria. Deren EinkaufsManagerIndex, der auf einer Umfrage unter Einkaufsmanagern österreichischer Industriebetriebe basiert, hält aktuell knapp unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und zeigt erstmals seit mehr als einem halben Jahr keine Verbesserung. "Der recht kräftige Aufwind, den die befragten Industriemanager in den vergangenen Monaten spürten, ist im November wieder abgeflaut", bringt Helmut Bernkopf, Bank Austria Vorstand Corporate & Investment Banking, das aktuelle Umfrageergebnis auf den Punkt.

Im Detail zeige sich zwar ein durchwachsenes, aber kein düsteres Bild der österreichischen Industriekonjunktur. "Wenn auch das Tempo nachgelassen hat, die Auftragslage verbessert sich weiter und die Produktion nimmt zu", weist BA-Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer auf bestehende Aufwärtstrends hin.

Angesichts des verbesserten internationalen Umfelds, der positiven Entwicklung einiger Detailergebnisse des Bank Austria EinkaufsManagerIndex, wie vor allem der Exportaufträge und des ungebrochen hohen Quotienten zwischen Auftragseingängen und Lagerbeständen, erwarten die BA-Ökonomen in den kommenden Monaten zwar keine überzeugende, jedoch durchaus befriedigende Entwicklung der Industriekonjunktur. Bruckbauer geht davon aus, "dass die aktuelle Verflachung des Bank Austria EinkaufsManagerIndex nach dem starken Comeback im Herbst nur auf eine Atempause der heimischen Industrie hinweist, die uns die Fragilität der laufenden Erholung verdeutlicht".

Neuaufträge nehmen zu

Nach Ansicht der Ökonomen der Bank Austria deutet insbesondere der weitere Anstieg der Neuaufträge auf eine Fortsetzung der Industriebelebung in Österreich hin. "Auch wenn das Plus im November etwas geringer als im Vormonat ausfiel, die Betriebe verbuchen bereits den fünften Monat in Folge solide Auftragszuwächse. Das Exportgeschäft ist nach Angaben der befragten Industriemanager die Triebfeder, die auch weiterhin für eine steigende Produktionsleistung sorgt", meint Bruckbauer.

Der Produktionsindex zeigt mit 53,1 Punkten auch im November ein recht beachtliches Wachstum der erstellten Leistungen gegenüber dem Vormonat an. Zudem bestätigen die abermals gestiegenen Lieferzeiten, dass sich die Auslastung der österreichischen Industrie langsam verbessert.

Preistrends belasten

Belastet werde die Erholung der heimischen Industrie unter anderem durch widrige Preistrends. Durch zum Teil deutliche Verteuerungen von Vormaterialien, insbesondere von Rohöl und einigen Metallen, waren die Erzeuger im November bereits das dritte Monat in Folge mit einem Anstieg der Einkaufspreise konfrontiert.

"Während die Einkaufspreise weiter gestiegen sind, hat sich der rückläufige Trend bei den Verkaufspreisen im November noch etwas verstärkt. Diese Preisentwicklungen belasten die Ertragslage der heimischen Industriebetriebe in der derzeit fragilen Erholungsphase besonders stark", meint Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl.

Weiterer Beschäftigungsabbau erwartet

Da die Nachfrage nicht rasch genug an das Niveau vor Ausbruch der Krise anschließe und die Auslastung der Unternehmen sich daher zu langsam erhöhe, müssen die Industriebetriebe zur Verbesserung der Ertragslage weiterhin auf einen Abbau der Beschäftigung setzen. Auch im November gingen in der Industrie weitere Jobs verloren, allerdings habe sich seit Juni dieses Jahres das Tempo des Jobrückgangs kontinuierlich verringert. "Da der Rückgang der Beschäftigung im Sektor noch deutlich unter den Produktionseinbußen zum Vorjahr von knapp 15 Prozent liegt, ist vorerst mit einem weiteren Beschäftigungsabbau in der Industrie zu rechnen. Wenn die Erholung weiter so moderat voranschreitet, besteht erst im Verlauf der zweiten Jahreshälfte 2010 die Aussicht auf eine Trendwende in der Industriebeschäftigung", so Pudschedl. (red)

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