ThyssenKrupp schrumpft um 20.000 Mitarbeiter

27. November 2009, 11:55
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Firmenverkäufe und Jobabbau hinterlassen bei der Belegschaft des größten deutschen Stahlkochers deutliche Spuren

Essen - Nach dem schwärzesten Jahr der Firmengeschichte will der größte deutsche Stahlproduzent ThyssenKrupp mit einem drastischen Spar- und Restrukturierungsprogramm rasch wieder in die schwarzen Zahlen kommen. Durch Firmenverkäufe und Stellenabbau werde sich die Zahl der Beschäftigten des Unternehmens im laufenden Geschäftsjahr um 20.000 auf rund 167.000 reduzieren, kündigte Konzernchef Ekkehard Schulz am Dienstag - nach einem im Voraus verbreiteten Manuskript - bei der Präsentation der Jahresbilanz 2008/2009 in Essen an.

Der größte Teil der Mitarbeiterreduzierung beruhe auf Firmenverkäufen, sagte der Manager. Doch sollen auch 5.000 Stellen gestrichen werden. Alle wesentlichen Personalmaßnahmen seien mit den Arbeitnehmervertretern einvernehmlich beschlossen worden, betonte der Konzernchef.

Schlechtestes Ergebnis

Die weltweite Konjunkturkrise hatte dem Essener Konzern im Geschäftsjahr 2008/2009 das schlechteste Ergebnis der Unternehmensgeschichte beschert. Vor Steuern musste der Stahlriese einen Verlust von knapp 2,4 Mrd. Euro ausweisen. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von knapp 1,9 Mrd. Euro. Neben dem Konjunktureinbruch belasteten dabei hohe Restrukturierungsaufwendungen, Wertberichtigungen und die Anlaufkosten für die neuen Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA das Ergebnis. Der Umsatz sank wegen der Wirtschaftsflaute um 24 Prozent auf 40,6 Mrd. Euro. Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte der Konzern deshalb die Zahl der Mitarbeiter um fast 12.000 reduziert.

Der Essener Konzern rechnet nicht mit einer raschen Konjunkturerholung. "Das Niveau von 2008 wird aus unserer Sicht frühestens im Jahr 2012 wieder erreicht", sagte Schulz. Für 2010 sieht der Konzern sogar noch die Gefahr eines konjunkturellen Rückschlags. Dank der eingeleiteten Kostensenkungsprogramme will ThyssenKrupp dennoch schon im laufenden Geschäftsjahr eine signifikante Ergebnisverbesserung erreichen. Angestrebt werde ein um Sondereinflüsse bereinigtes Ergebnis vor Steuern in niedriger dreistelliger Millionenhöhe, sagte Schulz.

Wachstumskurs angepeilt

Der Konzern will möglichst rasch wieder auf einen Wachstumskurs zurückkehren. Ziel sei mittelfristig ein Umsatz von 50 bis 60 Mrd. Euro und ein Vorsteuerergebnis von über 4 Mrd. Euro, sagte Schulz. Dazu will der Konzern vor allem seine Präsenz in den Schwellenländern Indien, China und Brasilien ausbauen. Der größte deutsche Stahlkocher ThyssenKrupp will trotz eines Milliarden-Verlusts eine Dividende ausschütten. Der Hauptversammlung am 21. Jänner 2010 soll vorgeschlagen werden, über eine Dividende von 30 Cent je Aktie rund 139 Mio. Euro an die Aktionäre auszuschütten. Der Aufsichtsrat habe einem entsprechenden Vorschlag am Donnerstag zugestimmt. (APA)

 

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