"Wirtschaftsblatt" verzichtet vorerst auf Ausgliederung der Redaktion

27. November 2009, 09:35
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Bis eine neue Strategie erarbeitet worden sei - Betriebsratschef Geyer rechnet damit, dass die Ausgliederung der Redaktion in den kostengünstigeren Kollektivvertrag für Gewerbetreibende "vom Tisch ist" - Permanente Betriebsversammlung beendet

Nach Infos von etat.at erhielten Mitarbeiter des "Wirtschaftsblatt" am Freitag Vormittag ein Mail von Betriebsratchef Herber Geyer. Er informiert darin, dass das "Wirtschaftsblatt" die geplanten Ausgliederungen verschoben habe, bis eine neue Strategie für das Unternehmen erarbeitet worden sei. Diese neue Strategie soll spätestens im März 2010 beschlossen werden."Die für Jänner 2010 vorgesehene Reorganisation mit neuen Kollektivverträgen wird vorerst on hold gestellt", bestätigte Hans Gasser, Vorstandsvorsitzender des Verlags, mit.

"WirtschaftsBlatt"-Betriebsratschef Herbert Geyer rechnet damit, dass die Ausgliederung der Redaktion in den kostengünstigeren Kollektivvertrag für Gewerbetreibende "vom Tisch ist". Es gebe eine Willenserklärung von Journalistengewerkschaft und Verlegern, den neuen Tageszeitungs-Kollektivvertrag bis März beziehungsweise spätestens April zu beschließen. "Wenn es einen neuen Kollektivvertrag gibt, der für alle gilt und günstiger ist, als der bisherige, dann ist das Ziel erreicht", so Geyer und Gasser meint: "Wenn die Verhandlungsführer zu einem vernünftigen Ergebnis kommen, dann freue ich mich."

Für Gasser ist die Frage, welcher Kollektivvertrag zur Anwendung kommt, zweitrangig. "Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich bereit bin - auch rückwirkend - den neuen Medien-KV anzuwenden, wenn er keine wesentliche Verschlechterung gegenüber dem von uns avisierten Gewerbe-Kollektivvertrag bedeutet." Ihm gehe es mehr um "strategische Gesichtspunkte, als um eine kurzfristige Budgetentlastung durch eine Kollektivvertrags-Verlagerung. Für einen kurzfristigen Befreiungsschlag wäre dies ohnehin ungeeignet."

Permanente Betriebsversammlung beendet

Die Redaktion des "WirtschaftsBlatt" hat ihre permanente Betriebsversammlung, die seit Juni tagt, am Freitag beendet. Nach der Ankündigung des Vorstandes, die geplante Ausgliederung der Redaktion in eine Tochterfirma und damit in einen kostengünstigeren Kollektivvertrag zu vertagen, sieht die Belegschaft den Grund für die Protestmaßnahme "als erledigt" an, sagte Betriebsratschef Herbert Geyer.

"Wir haben uns mit der Betriebsversammlung gegen die geplante Anwendung des Gewerbe-Kollektivvertrags zur Wehr gesetzt", so Geyer, der davon ausgeht, dass dieses Thema mit der Einführung des neuen Medien-Kollektivvertrags ad acta gelegt ist. Der Medien-KV wird derzeit von Vertretern des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und der Journalistengewerkschaft verhandelt, die Gespräche sollen im ersten Halbjahr 2010 abgeschlossen werden. (red/APA)

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