Starke Aufwertungen retten RZB-Ergebnis

27. November 2009, 18:04
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Die Raiffeisen Zentralbank profitiert von der Erholung an den Finanz­märkten, die hohe Zuschreibungen auf Wertpapiere ermöglichte

Wien - Die Raiffeisen Zentralbank profitiert von der Erholung an den Finanzmärkten, die hohe Zuschreibungen auf Wertpapiere ermöglichte. Damit wurde der deutliche Anstieg der Risikovorsorgen teilweise ausgeglichen. Der Periodenüberschuss sank in den ersten neun Monaten um ein Drittel auf 511 Mio. Euro. Dazu trugen Zuschreibungen auf Wertpapiere mit 321 Mio. Euro bei. Zudem wurden Währungsverluste von 296 Mio. Euro gegen das Eigenkapital gebucht.

Die Kreditvorsorgen lagen per 30. September bei 3,7 Mrd. Euro, was einer Steigerung gegenüber Vorjahresultimo um zwei Drittel entspricht. Allerdings waren die Vorsorgen im dritten Quartal gegenüber den Vorperioden rückläufig. Die Bilanz spiegelt die restriktivere Kreditvergabe wider: Die Forderungen gegenüber Nicht-Banken sanken um knapp zehn Prozent auf 76,6 Mrd. Euro.

RZB-Chef Walter Rothensteiner denkt im Gegensatz zur Volksbanken-Holding ÖVAG derzeit nicht an eine vorzeitige Rückzahlung des Staatskapitals in Höhe von 1,75 Mrd. Euro. Würde man die Mittel schon wenige Monate nach dem Einschuss wieder refundieren, "stellt man sich vielleicht die Frage nach unserer Planung" .

Keine Ambitionen zeigt Rothensteiner, das Engagement bei den Volksbanken zu verstärken. Ein größeres ÖVAG-Aktienpaket, namentlich das 25-Prozent-Paket der DZ Bank, zu übernehmen, kann sich Rothensteiner "nicht vorstellen" , wie er auf Anfrage erklärte. Immer wieder hat es Spekulationen gegeben, die Deutschen würden Raiffeisen ihre Sperrminorität an der Volksbank AG andienen. Raiffeisen selbst hat immer wieder dementiert. Die Frage eines Abwertungsbedarfs der ÖVAG-Beteiligung in der RZB-Bilanz werde man anschauen müssen, meinte Rothensteiner. Das sei aber "nicht kriegsentscheidend" . Die RZB hat die ÖVAG-Anteile mit 57 Mio. Euro in den Büchern. (as, APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28./29.11.2009)

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    Walter Rothensteiner, oberste Bankenvertreter Österreichs, ist übrigens davon überzeugt, dass die Kärntner Hypo Group Alpe Adria gerettet wird. Raiffeisen sei jedenfalls nicht an der Hypo Alpe Adria interessiert.

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