Causa Weiler-Fälschung

26. November 2009, 19:19
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Ermittlungen im Wiener Kunsthandel

Wien - Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt aktuell gegen einen bekannten Wiener Kunsthändler wegen Betrugsverdachts. Er soll einem befreundeten Antiquitätenhändler ein Gemälde von Max Weiler verkauft haben, das Weilers Witwe Yvonne und namhafte Experten als eindeutige Fälschung bezeichnen. Die Anklagebehörde prüft nun, ob Schädigungsvorsatz vorliegt. Die Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte, dass gegen den Mann und mögliche Mittäter ein Ermittlungsverfahren läuft. Für den Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung. Der unter Verdacht Geratene soll dem Vernehmen nach angegeben haben, er habe das Bild von einem Chinesen erworben und mit einer allfälligen Fälschung nichts zu tun.

Bei dem fraglichen Werk handelt es sich um ein 80 mal 60 Zentimeter großes, angeblich 1953 entstandenes Gemälde ohne Titel. Es soll einen Marktwert von 110.000 bis 120.000 Euro besitzen. Der Verdächtige verkaufte es eigenen Angaben zufolge "zum Freundschaftspreis" um 35.000 Euro seinem Bekannten. Der Käufer wollte sichergehen und legte das Werk dem Weiler-Experten Edelbert Köb, Direktor des Wiener Museums Moderner Kunst (MUMOK), vor. Dem Vernehmen nach erkannte Köb dies umgehend als Fälschung. Auch Elke Königseder, Expertin für Klassische Moderne und zeitgenössische Kunst im Wiener Dorotheum, bekam das Gemälde zur Prüfung vorgelegt. "Mir ist es gleich eigenartig vorgekommen", meinte Königseder am Donnerstagnachmittag: "Schon von der Handschrift passt es nicht. Das Bild wirkt richtig grob. Das passt nicht."

Die Max Weiler Privatstiftung brachte daraufhin eine Strafanzeige ein und verlangte zugleich die Sicherstellung des angeblich gefälschten Kunstwerks. Aus der Anzeige: "Wenn diese falsche Max Weiler-Arbeit nicht sofort sicher gestellt wird, verschwindet sie wieder und die Fälschungen von Arbeiten von Max Weiler und anderen Künstlern gehen weiter". (APA)

 

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