Kein Geld aus Zukunftsfonds

26. November 2009, 17:43
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Die Bayern sind am Zug, heißt es aus Kärnten

Der Poker um die Hypo Group geht weiter. In Kärnten beharrt man, dass der Haupteigentümer, die Bayern LB, den ersten Zug machen müsse. Das wurde auf der Aufsichtsrats-Sitzung der Kärntner Landesholding am Donnerstag neuerlich bekräftigt. Dabei kam es sogar zu einem gemeinsamen Schulterschluss mit der Kärntner SPÖ, die den Hypo-Verkauf an die Bayern durch BZÖ und ÖVP stets massiv kritisiert hatte. Erst müssten die Bayern ein Zukunftskonzept für die Bank auf den Tisch legen, heißt es: "Wir wissen ja gar nicht, was sie vorhaben - die Hypo zerstückeln, abverkaufen oder in den Konkurs schicken." Erst wenn klar sei, wohin die Reise gehe, könne sich das Land Kärnten überlegen, welche Schritte es selbst setzen könne, bekräftigt der Holding-Aufsichtsratsvorsitzende VP-Chef Josef Martinz. Eines bleibt jedenfalls unverrückbar: "Aus dem Kärntner Zukunftsfonds wird es keinen Euro geben" , bekräftigt Martinz. Im Hintergrund werden freilich schon andere Varianten andiskutiert, wie Kärnten zur Sanierung des Hypo-Debakels beitragen könne, etwa durch eine Aufweichung des Syndikatsvertrages, der dem Minderheitseigentümer Kärnten mit nur 12,4 Prozent doch recht weitreichende Mitspracherechte zusichert, etwa bei einem Verkauf von Teilen der Hypo.

Auch eine Übertragung der restlichen Kärntner Anteile an die Bayern könnte durchaus im Raum stehen. Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler glaubt nicht an ein Hypo-Crash-Szenario der Bayern: "Dann wird doch niemand mehr Kapital setzen" . Für Kärnten sei der Verkauf des Hypo-Mehrheit eine "sehr kluge Sache" gewesen, die Bayern hätten über die Risiken ihres Kaufs Bescheid gewusst. BZÖ-Obmann Uwe Scheuch brachte die Kärntner Haltung zum Hypo-Debakel anlässlich der Landtagssitzung am Donnerstag auf den Punkt: "Nicht wer verkauft ist ein Docker (Kärntnerisch für Minderbemittelter), sondern wer zahlt." (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.11.2009)

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    Uwe Scheuch, BZÖ. Nicht wer verkauft ist ein Docker, sondern wer zahlt ist ein Docker.

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