Systemkameras: Spieglein, Spieglein, jetzt verbannt

26. November 2009, 17:53
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Spiegelreflexkameras ohne Spiegel - Das heißt: Wechselobjektive und trotzdem kompakte Baugröße

Was auf den ersten Blick so sinnbefreit klingt wie eine Wurstsemmel ohne Wurst ist auf den zweiten Blick doch ganz vernünftig, nämlich die neuen Systemkameras, wie Panasonic seine G1, GH1 und GF1 nennt. Das sind Kameras, welche die Vorteile einer Kompakt-Kamera mit denen einer Spiegelreflexkamera kombinieren. Raus kommt eine Spiegelreflexkamera, der man den Spiegel rausgenommen hat.

Olympus und Panasonic taten sich für dieses Projekt zusammen, an dessen Ende Kameras stehen sollen, die klein und handlich sind, aber Wechselobjektive und einen guten Sensor haben. Olympus ließ dafür den Namen PEN wieder auferstehen, unter dem sie 1959 Kameras auf den Markt brachten, die so einfach zu bedienen sind wie ein Schreibstift. Das erklärt dann wohl auch das klassische Design der E-P1 und E-P2.

Micro Four Thirds

Micro Four Thirds ist eine Weiterentwicklung des Four Thirds-Standards von Olympus, der die kompakte Bauweise erst ermöglichte. Das Sensorformat dieser Kameras ist wie bei den Four Thirds ebenfalls 4:3. Micro Four Thirds verwendet ein kleineres Bajonett, einen kleineren Sensor und kleinere Objektive als übliche Spiegelreflexkameras. Für Micro Four Thirds gibt es, obwohl das System noch neu ist, bereits einige Objektive, auch von Drittherstellern. Um bestehenden Olympus-Kunden den Umstieg leichter zu machen, kann man mit einem Adapter die Four Thirds Objektive an das Micro Four Third Bajonett hängen. Einen Adapter um auf Four Thirds Kameras die Micro-Objektive zu verwenden, gibt es allerdings nicht.

Auch Profis spricht die neue Kamerageneration an. Nicht nur, weil die Gehäuse durch den Wegfall des Spiegels viel kompakter sind als herkömmliche Spiegelreflexkameras, sondern auch, weil die GH1 und GF1 von Panasonic, wie die E-P1 und E-P2 von Olympus, Videos in HD aufnehmen können - die GH1 sogar in Full HD mit 1920 x 1080 Pixel. Für die Videoaufnahmen bietet die E-P2 einen eigenen Zubehöranschluss, etwa für ein externes Mikrofon oder einen externen Sucher. Auch auf der GH1 lässt sich ein Mikrofon über den Blitzschuh anstecken, die GF1 hat einen optionalen elektronischen Aufstecksucher.

Live View und Sucher

Wie sieht man denn nun, was man fotografiert, wenn es keinen Spiegel gibt? Zum einen haben die Kameras Live-View und stellen das Bild über das Display auf der Rückseite der Kamera dar, und sie haben - außer der E-P1, die einen aufsteckbaren, optischen Sucher hat - im elektronischen Sucher, der wie bei der GF1 oder der E-P2 zum Aufstecken ist, einen kleinen Bildschirm, der anzeigt, was dann als JPEG oder RAW gespeichert wird.

Ungewohnt ist auch das Gewicht der Kameras: Die GF1 kommt mit 285 Gramm aus, das Gehäuse der E-P1 und E-P2 wiegt jeweils 335 Gramm, das von G1 und GH1 385 Gramm. Nicht ganz moderat ist der Preis der Geräte: Die Olympus E-P1 kostet 749 Euro, die E-P2 899 Euro, die Panasonic GF1 649 Euro. Die G1 gibt es in Kombination mit Zoom 3,5-5,6/14-45mm ab 749 Euro, die GH1 mit dem gleichen Objektiv um 1550 Euro. (red)

 

  • Systemkameras von Olympus und Panasonic
    foto: hersteller

    Systemkameras von Olympus und Panasonic

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