Erstmals "Goldgelbe Vergilbungskrankheit" in Österreich

26. November 2009, 16:59
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Bakterielle Erkrankung von Rebstöcken wird von der Amerikanischen Rebzikade übertragen

Graz - Die "Goldgelbe Vergilbungskrankheit", eine bakterielle Erkrankung von Rebstöcken, die von der Amerikanischen Rebzikade übertragen wird, ist erstmals in Österreich in der Steiermark nachgewiesen worden. Wie die Landwirtschaftskammer Steiermark am Donnerstag mitteilte, sei die Krankheit in den Anlagen von fünf Weinbauern aufgetreten.

Das Auftreten der meldepflichtigen Quarantäne-Krankheit ist vom Labor der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) in Zusammenarbeit mit dem amtlichen Pflanzenschutzdienst des Landes Steiermark festgestellt worden. Gerodet werden muss ein Weingarten im Ausmaß von einem Drittel Hektar sowie einzelne Weinstöcke in vier weiteren Anlagen. Die Umsetzung der Bekämpfungsmaßnahmen erfolgt im Frühjahr. So wird im Umkreis von einem Kilometer um die befallenen Weinanlagen eine Befallszone und im Umkreis von fünf Kilometern eine Pufferzone eingerichtet.

Die Amerikanische Rebzikade als Überträger wurde erstmals 2004 in der Steiermark beobachtet, nicht jedoch die Erkrankung von Rebstöcken. Zudem waren gefangene Rebzikaden nicht infiziert. Da die Krankheit aber bereits im benachbarten Slowenien nachgewiesen wurde, hat die steirische Landesregierung bereits 2009 eine Bekämpfungsverordnung erlassen. Auf Menschen seien durch die Reberkrankung keine Auswirkungen gegeben, betonte man seitens der Kammer.

Hintergrund

Die Amerikanische Rebzikade ist in den 1950er-Jahren nach Frankreich eingeschleppt worden und verbreitet sich seither europaweit, in der Regel von Süd nach Nord, wobei auch die Klimaerwärmung eine Rolle spielen dürfte. Bei Weißweinsorten verfärben sich die Blätter goldgelb, bei Rotweinsorten dunkelrot. Sie rollen sich nach unten ein, die Trauben welken, die Triebe bleiben grün. Befallene Weinstöcke sterben schließlich ab.

Kammeramtsdirektor Werner Brugner appellierte an die Weinbauern, die verordneten Maßnahmen genau einzuhalten, um die gesamten steirischen Rebflächen zu schützen. Laut Weinbaudirektor Werner Luttenberger könne man die Krankheit nur durch intensive Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen in den Griff bekommen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das Archivfoto zeigt - einen vermutlich gesunden - Weinstock. In der Steiermark wurden erstmals Rebstöcke von der "Goldgelben Vergilbungskrankheit" befallen.

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