Gute Bilanz der Hoch­geschwindigkeits-Allianz

26. November 2009, 14:49
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Sieben beteiligte Staaten wollen bis 2020 68 Millionen Fahrgäste

Brüssel - Die Hochgeschwindigkeits-Allianz von sieben europäischen Eisenbahngesellschaften, darunter die ÖBB, befördert derzeit jährlich 45 Millionen Passagiere. Ziel sei es, bis 2020 einen Zuwachs von 50 Prozent auf 68 Milionen Fahrgäste zu erreichen, erklärte der Leiter Fernverkehr der ÖBB-Personenverkehrs AG, Erich Forster, am Donnerstag in Brüssel bei der Präsentation zu "Zwei Jahre railteam". In Österreich selbst dürften ab 2010 mindestens 2,4 Millionen Passagiere mit der Hochgeschwindigkeitsbahn befördert werden.

Seit dem Beginn der railteam-Allianz im Sommer 2007 hat Österreich sein Hochgeschwindigkeitsnetz mit der Strecke Wien-Frankfurt begonnen. Ab Dezember 2008 folgte die Schnellverbindung Wien-München und ab kommendem Monat wird auch Wien-Zürich rascher zu erreichen sein. Wien-Frankfurt bringe jährlich gut eine Million Passagiere, Wien-München habe bisher mehr als 700.000 gebracht, und Wien-Zürich sollte auf 600.000 jährlich kommen, sagte Forster. Betrachtet man den gesamten Personen-Fernverkehr der ÖBB, gibt es derzeit jährlich 33 Millionen Fahrgäste, neun Millionen davon sind grenzüberschreitend unterwegs.

Qualitätskriterien

Angesprochen darauf, ob neben den bisher sieben Ländern - neben den ÖBB sind das die Deutsche Bahn (DB), SNCF (Frankreich), SNCB (Belgien) , NS (Niederländische Bahn), die SBB (Schweiz) und Großbritannien mit dem Eurostar - weitere wie Spanien oder Italien folgen könnten, wurde von ÖBB-Vorstandssprecherin Gabriele Lutter verwiesen, dass diese Staaten zuerst die dafür vorgesehenen Qualitätskriterien erfüllen müssten. Es müsse genug Strecken und Hochgeschwindigkeitszüge geben. Dasselbe treffe auch auf Ungarn zu. Wien würde derzeit als östlichstes Land in der railteam-Allianz von einer Schnellverbindung nach Osten am stärksten profitieren. Allerdings sei dies eine Aufgabe für die fernere Zukunft.

Eine der schnelleren Strecken soll künftig auch Brüssel mit Straßburg verbinden. Bisher braucht man dafür fünf Stunden, in drei bis vier Jahren sollen es nur mehr 3,5 Stunden sein. Neben den bekannten Hochgeschwindigkeitszügen TGV, ICE, Eurostar oder Thalys ist Ende 2008 auch das neue österreichische Flaggschiff "railjet" mit der Taurus-Lokomotive in die Reihe der schnellsten Bahnen getreten.

Ziel der Hochgeschwindigkeits-Allianz ist es auch, Synergieeffekte zu erzielen und eine umweltfreundlichere Alternative zu Flugzeugen auf mittleren Strecken anzubieten. So komme es jetzt bereits zu einer Verringerung von CO2-Emissionen um bis zu 90 Prozent gegenüber vergleichbaren Reisen mit dem Flugzeug oder dem Auto. Ein weiterer Anstieg der Fahrten im Hochgeschwindigkeitsnetz würde eine Ersparnis von mehr als 170 Millionen Tonnen CO2 jährlich bedeuten. (APA)

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