AIDS: Zahl der Neuinfektionen steigt in Österreich

26. November 2009, 14:27
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Moderne Therapie verleitet möglicherweise zu Sorglosigkeit

Wien - Die Zahl der HIV-Neuinfektionen dürfte in Österreich leicht ansteigen. Die moderne Therapie verleitet möglicherweise zu Sorglosigkeit. Diskriminierung und Stigmatisierung der von HIV/Aids Betroffenen sind Fakten des Umgangs der Gesellschaft mit der erworbenen Immunschwäche. Dies erklärten Repräsentanten der Aids-Hilfe Wien aus Anlass des bevorstehenden Welt-Aids-Tages (1.12.). 

"Es ist ganz besonders wichtig, nicht nur am Welt-Aids-Tag an Aids zu denken. Hinter jeder Infektion bzw. Erkrankung verbergen sich Menschen. Wichtig ist der Kampf gegen das 'soziale Aids'. (...) Wie kann man Stigmatisierung bekämpfen? Indem man darüber spricht", sagte Wiens Gesundheitsstadträtin Wehsely. 

Dennis Beck, Obmann der Aids-Hilfe Wien: "Laut Welt-Aids-Bericht haben sich bisher 60 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Circa 25 Millionen Menschen sind seit Ausbruch der Epidemie gestorben. Derzeit leben rund 33,4 Mio. Menschen mit HIV/Aids. 2008 haben sich weltweit 2,7 Millionen Menschen neu infiziert, zwei Millionen Personen sind gestorben. Die Zahl der Ansteckungen ist um 17 Prozent gesunken. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Aids-Todesfälle um fünf Prozent zurückgegangen."

Statistik in Österreich

Die Daten für Österreich, so Beck: "Bis 30. Oktober sind 1.502 Menschen an Aids verstorben, insgesamt 2.749 Personen an Aids erkrankt. Es leben mit Aids derzeit 1.247 Menschen. Es gibt in Österreich zwischen 12.000 und 15.000 Menschen, die mit HIV leben, davon etwa die Hälfte in Wien." 

Insgesamt steigt die Zahl der HIV-Neuinfektionen offenbar leicht an: Im Jahr 2007 waren es in Österreich 515, im Jahr 2008 dann 505 bestätigte positive Tests, nach drei Viertel des Jahres hochgerechnet werden es im Jahr 2009 wohl um die 523 sein. Das Plus dürfte etwa fünf Prozent betragen. (APA)

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