BMW: Mit der Kraft von drei Motoren

26. November 2009, 16:51
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Was möglich ist, wenn Technikern keine wirtschaftlichen Grenzen gesetzt werden, demonstriert die Studie Vision EfficientDynamics

"Freude am Fahren" ist der Leitspruch der Marke BMW. Und um diesen Anspruch gerecht zu werden, genügen heute nicht mehr nur qualitativ hochwertige Premium-Fahrzeuge mit entsprechenden Fahrleistungen. Das Vergnügen ist erst dann komplett, wenn es möglichst umweltschonend genossen werden kann. Deshalb hat der deutsche Hersteller schon vor Jahren seine "EfficientDynamics"-Strategie entwickelt, die eine Verringerung von Treibstoffverbrauch und Schadstoffemissionen mit einer Steigerung der Fahrdynamik verbindet und so erfolgreich ist, dass sie nicht nur in praktisch jedem BMW-Serienmodell umgesetzt wird, sondern heute zu den bekanntesten Umwelt-Logos im Automobilbereich gehört.

Was allerdings möglich ist, wenn die entsprechenden Maßnahmen vom Entwicklungsteam ohne jegliche wirtschaftliche Schranken einer Serienproduktion umgesetzt werden können, zeigt BMW anhand des passend bezeichneten Concept Cars "Vision EfficientDynamics". Spektakulär ist bereits das Design der 2+2-sitzigen Sportwagenstudie, die mit zahlreichen ungewöhnlichen Features (Flügeltüren, fehlende B-Säule) aufwartet, fast noch erstaunlicher sind die Daten: Beschleunigung von 0-100 km/h in 4,8 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit elektronisch auf 250 km/h begrenzt - und das bei einem Durchschnittsverbrauch von 3,76 l/100 km, was einem CO2-Ausstoß von 99 g/km entspricht.

Da diese Werte nicht mit konventionellen Mitteln erreicht werden können, kombinierte BMW beim Vision EfficientDynamics einen äußerst effizienten Dreizylinder-Turbodiesel mit einem Hybrid-Synchronmotor an der Vorderachse und einem Full-Hybrid-System an der Hinterachse zum Allradantrieb. Die Gesamtleistung beträgt 356 PS, das maximale Drehmoment 800 Nm. Das 163 PS starke Common-Rail-Dieselaggregat konnte dank seiner kompakten Abmessungen trotz der beiden Sitze im Fond in einer Art Mittelmotorauslegung vor der Hinterachse untergebracht werden, der 25 Liter fassende Kraftstofftank sitzt im hinteren Bereich des Chassistunnels.

Für die Versorgung der beiden Elektromotoren sind insgesamt 98 Lithium-Polymer-Zellen im Mitteltunnel zuständig, die einerseits über die Rekuperation der Verzögerungsenergie, andererseits im Plug-In-Verfahren an einer Haushaltssteckdose (Dauer zweieinhalb Stunden) geladen werden können. Als dritte Möglichkeit gibt es die Schnellladung an einem 380 Volt-Stromanschluss in maximal 44 Minuten. Der BMW Vision EfficientDynamics kann für eine Distanz von bis zu 50 Kilometern auch rein elektrisch bewegt werden, wodurch der CO2-Ausstoß unter Berücksichtigung der im EU-Mix anfallenden Emissionen bei der Stromerzeugung auf 50 g/km fällt.

Auch in allen anderen Bereichen, die die EfficientDynamics-Strategie umfasst, konnten sich die Techniker beweisen. Trotz aufwändigem Antriebskonzepts und nicht unbedingt kompakter Abmessungen (Länge 4,60 Meter, Breite 1,90 Meter, Höhe 1,24 Meter) beschränkt sich das Fahrzeuggewicht dank konsequenten Leichtbaus auf 1.395 kg. Die Karosserie wurde hinsichtlich der Aerodynamik optimiert und weist einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,22 auf. Dafür sorgen unter anderem eine ganze Reihe an Luftleitblechen, ein komplett verkleideter Fahrzeugunterboden und ungewöhnlich gestaltete 21-Zollfelgen.

Der Sportwagen ist eine Vision, um zu demonstrieren, wie sich die Freude am Fahren auch vor dem Hintergrund strengerer Emissionsgesetze realisieren lässt. Sicher ist, dass das innovative Antriebssystem weiterentwickelt und über kurz oder lang in einem BMW-Serienmodell zur weiteren Steigerung der Effizienz auftauchen wird. (saubereAutos.at)

Die inhaltliche Verantwortung liegt beim Autor. Zur Verfügung gestellt von saubereAutos.at.

  • Optimierte Aerodynamik sort für einen Luftwiderstand von 0,22.
    foto: werk

    Optimierte Aerodynamik sort für einen Luftwiderstand von 0,22.

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  • Flügeltüren und fehlende B-Säule sind markante Designelemente der Studie.
    foto: werk

    Flügeltüren und fehlende B-Säule sind markante Designelemente der Studie.

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