Verbleibende Anleger hoffen auf mehr Geld

26. November 2009, 17:55
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Anlegervertreter wollen sich mit den 50 Cent je AUA-Aktie, die die Lufthansa den letzten treuen AUA-Aktionären bietet, nicht abfinden und machen Hoffnung auf mehr

Wien - Nach dem Hedgefonds Exchange, der AUA-Anlegern einen höheren Preis als die von der Lufthansa gebotenen 50 Cent für die Zwangsabfindung (Squeeze-out), macht nun auch der Interessenverband der Anleger (IVA) den noch verbleibenden Aktionären ein Angebot, das ihnen einen höheren Preis bringen könnte.

Wie berichtet, bietet die Lufthansa für die verbleibenden drei Mio. Aktien je 0,50 Euro. Der Hedgefonds spekuliert darauf, bei Gericht einen deutlich höheren Preis erzielen zu können und bietet den Aktionären an, die Aktien um 1,50 Euro aufzukaufen. Der IVA kauft AUA-Aktien hingegen zu folgenden Bedingungen an: 0,50 Euro plus neunzig Prozent des bei einem Vergleich erreichten oder gerichtlich erstrittenen Erhöhungsbetrages. Die zehn Prozent sind ein Kostenersatz für den IVA und somit wesentlich geringer als vergleichbare Angebote. Der Übertrag der Aktien muss bis spätestens einige Tage vor dem 6. Dezember erfolgen. Die Hauptversammlung, bei der die Zwangsabfindung beschlossen wird, findet am 16. Dezember statt.

Zur Erinnerung: Die ÖIAG erhielt beim Verkauf an die Lufthansa für ihre Aktien einen Cent, 4,49 Euro bekamen die Privataktionäre. Laut Wilhelm Rasinger lag damals die Erwartung für die Zwangsabfindung bei einem Mischpreis von rund 2,70 Euro, was einem Minus von 40 Prozent gegenüber 4,49 entspricht. Der jetzige Angebotspreis liege aber fast 90 Prozent darunter.

Russische Beamte verstimmt

Indes sind russische Beamte nach wie vor verstimmt auf die AUA. Die Russen nehmen der AUA übel, dass sie noch vor dem Ende der Verhandlungen über die Verkehrsrechte zu Bundeskanzler Werner Faymann liefen und ihn baten, bei Russlands Premierminister Wladimir Putin für die Airline zu intervenieren.

Verliert die AUA ihre Verkehrsrechte müsste sie auch Flüge nach Japan und China einstellen, deren Routen über Russland gehen. Dieser Tage teilten die Russen den österreichischen Behörden mit, es gebe ein Gutachten, dass die AUA keine österreichische Gesellschaft im Sinne des bilateralen Abkommens sei. Die Russen haben die Verkehrsrechte nur bis Anfang Februar verlängert. Nun muss wieder Österreich das Gegenteil beweisen. Das Gutachten, auf das sich die Russen beziehen sei von der Kanzlei Schuppich, die auch Niki Lauda vertrete, hieß es. Bei Niki dementiert man, das Gutachten beauftragt zu haben.

Spekulationen, wonach die AUA als Kompromiss in Moskau vom Flughafen Domodedowo nach Scheremetjewo (Hub der Aeroflot) wechseln könnte, werden nicht bestätigt. Nach Russland hat bereits China mitgeteilt, man wolle eine Klarstellung über die neuen Eigentumsverhältnisse. Weil die Lufthansa in China nicht so stark ist, werden keine Probleme erwartet. (Claudia Ruff, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 26.11.2009)

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