Hollywood-Filmteam hat Salzburg abgehakt

26. November 2009, 12:51
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Dreharbeiten mit Tom Cruise und Cameron Diaz verliefen nicht ganz reibungsfrei

Salzburg - Der Hollywood-Hype in der Stadt Salzburg ist vorüber. Die vor einer Woche gestarteten Dreharbeiten zur Agentenkomödie "Knight and Day" mit Tom Cruise und Cameron Diaz sind in der Nacht auf Donnerstag zu Ende gegangen. Das 200-köpfige Filmteam zieht nach Spanien weiter. Die Aufnahmen sind ohne große Zwischenfälle verlaufen, allerdings wurde ein Fotograf am Auge verletzt.

Gedreht wurde an sieben Tagen bis spät in die Nacht hinein. Obwohl Cruise und Diaz in ihrem Hotel hermetisch abgeschirmt waren, kam es doch zu hautnahen Begegnungen mit der Bevölkerung. Cruise gab sich betont locker, kündigte an wiederzukommen und ließ sich mit Fans fotografieren, wenn sie ihm in einer Drehpause über den Weg liefen oder er Sehenswürdigkeiten wie Mozarts Geburtshaus besuchte. Diaz zeigte sich hilfsbereit gegenüber Statisten, plauderte mit Restaurantmitarbeitern und bummelte durch die Altstadt.

Ermahnung und Flexibilität

An gewisse Eigenheiten eines generalstabmäßig geplanten Studio-Drehs musste sich Salzburg erst gewöhnen: Für Irritation sorgte, dass ein Crewmitglied Eingangstüren von Privathäusern mit Nachschlüsseln versperrte. Auch Geschäftsleute mussten, ebenfalls der Continuity wegen, Einschränkungen in Kauf nehmen.

Die spektakulären Szenen zogen Hunderte Schaulustige an. Dabei kam es zu unschönen Vorfällen. In der Nacht auf Donnerstag versuchte man Pressefotografen mittels Laserstrahlen zu verscheuchen. Dabei wurde ein Reporter am rechten Auge getroffen. Im Spital stellten Ärzte nur mehr eine 80-prozentige Sehleistung fest. Der Betroffene will nun Anzeige erstatten.

Die Sonderwünsche von Regisseur James Mangold, kurzfristige Verlegungen der Drehorte und Unfreundlichkeiten verärgerten Planungsstadtrat Johann Padutsch derart, dass er das Filmteam öffentlich ermahnte. Daraufhin schenkte Mangold Salzburg ein großes Lob für die "Flexibilität" und das "unerschöpfliche Engagement."

Kein Pressetermin in Aussicht

Trotz anderslautender vertraglicher Vereinbarungen mit dem Land und eines Salzburger Filmförderungszuschusses von 300.000 Euro verweigerte die Produktionsfirma 20th Century Fox bis dato eine Pressekonferenz mit den Stars. Dass diese drei Wochen lang in Salzburg bleiben und auch in Zell am See gedreht wird, entpuppte sich ebenso als falsch. Tourismusreferent Haslauer hob trotzdem den "enormen" Werbewert für Salzburg hervor und kalkulierte eine Wertschöpfung von 1,2 Mio. Euro, die durch die Dreharbeiten vor Ort erzeugt würden.

Spekulationen zufolge sollen die Salzburger Sequenzen acht bis zwölf Minuten lang im Film zu sehen sein. 300 Komparsen wirkten bei dem Dreh in Salzburg mit. Der Kinostart ist für 2. Juli 2010 geplant. (APA)

 

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