Jung soll Informationen zurückgehalten haben

26. November 2009, 09:01
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Ex-Verteidigungsminister soll früher über mögliche zivile Opfer informiert gewesen sein - Nachfolger Guttenberg kündigte eine Untersuchung an

Der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hätte offenbar bereits viel früher über mögliche zivile Opfer des Luftangriffs auf zwei Tanklastwagen informiert sein müssen als bislang bekannt. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf vorliegende "geheime Berichte" der Bundeswehr und ein Video aus einem der beteiligten US-Kampfflugzeuge. 

Diese würden beweisen, dass das Verteidigungsministerium von Anfang an klare Hinweise auf zivile Opfer sowie auf unzureichende Aufklärung vor dem Bombenabwurf hatte. Der bisher unbekannte Bericht der deutschen Militärpolizei (Feldjäger, 20. Deutsches Einsatzkontingent) wurde nach "Bild"-Informationen bisher bewusst der zuständigen Staatsanwaltschaft vorenthalten. In 42 Anlagen dokumentiert der Bericht, zu welchem Zeitpunkt unter anderem Informationen über zivile Opfer vom deutschen Regionalkommando in Masar-i-Sharif ans Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam übermittelt wurden.

Jungs Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenberg habe bereits eine Untersuchung eingeleitet, schreibt das Blatt weiter.

Die Bundeswehr hatte am 4. September von US-Kampfjets Luftunterstützung angefordert, da Taliban zwei Tanklastzüge in ihre Gewalt gebracht hatten. Die genaue Opferzahl bei dem tödlichen Angriff auf zwei Tanklastwagen in Afghanistan konnte bisher nicht genau ermittelt werden. Bei dem Angriff wurden laut unterschiedlicher Quellen 17 bis 142 Menschen getötet. (red, derStandard.at, 26.11.2009)

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