Zwei Tonnen Anabolika-Fund in Niederösterreich

25. November 2009, 20:19
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Beim österreichischen Quintett gab es alles, was das Doping-Herz begehrt und Organe schwer schädigen kann

St. Pölten - Parabolon, Stanozolon, Methandienon, Ephedrin, Oral Turanabol, Testosteron - bei einem österreichischen Quintett gab es alles, was das Doping-Herz begehrt (und Organe schwer schädigen kann). Nach mehrjährigen Ermittlungen ließ nun die Umweltgruppe der niederösterreichischen Kriminalabteilung den bisher größten illegalen Handel mit verbotenen Dopingmitteln, Anabolika und Hormonpräparaten auffliegen. Im Rahmen einer dreitägigen Großaktion stellten die Kriminalisten bei dutzenden Hausdurchsuchungen in Fitnessstudios und Privatwohnungen nicht weniger als zwei Tonnen verbotener Stimulantien sicher, die fünf Verdächtigen sind in Untersuchungshaft.

Internethandel

Via Internet sollen die Beschuldigten den Handel weltweit aufgezogen haben. "Ein Büro in den Vereinigten Arabischen Emiraten, eines in Bosnien und Lagerhallen in Österreich", schilderte am Mittwoch ein Fahnder der Einsatzgruppe Anabolika dem Standard .

Kühlkette nicht gewährleistet - Bei Wachstumshormonen gefährlich

Die Ware soll unter fragwürdigen hygienischen Bedingungen in Untergrundlaboratorien in China und in Osteuropa hergestellt und nach Österreich geschmuggelt worden sein. Von hier aus sollen Kunden aus aller Welt bedient worden sein. In den meisten Fällen wurde die Ware erst hier "scharfgemacht", also mit entsprechenden Etiketten versehen. Besonders bei Wachstumshormonen sei die Kühlkette nicht gewährleistet gewesen, was die Produkte umso gefährlicher mache, warnen die Kriminalisten etwaige Abnehmer.

Wertkartenhandys wurden alle 14 Tage gewechselt

Die Pakete trugen falsche Absender, einzig die angegebenen Rückrufnummern stimmten, um bei Unzustellbarkeit die Ware zurückzuerhalten. Die dazugehörigen Wertkartenhandys wurden zwecks Verschleierung alle 14 Tage ausgewechselt. Dennoch gelang es, über diese Verbindungen die Verdächtigen auszuforschen. Weitere Hausdurchsuchungen sind wahrscheinlich. (simo, DER STANDARD Printausgabe 26.11.2009)

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    Die Ware soll unter fragwürdigen hygienischen Bedingungen in Untergrundlaboratorien in China und in Osteuropa hergestellt und nach Österreich geschmuggelt worden sein

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