Lufthansa will mit Jetblue in den USA wachsen

25. November 2009, 17:28
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Zwölf Destinationen via New York und Boston

Orlando - "Es ist in der Luftfahrindustrie einmalig, dass eine globale Airline und ein Premium-Low-Cost-Carrier so eng zusammenarbeiten" , sagte Karsten Benz, Leiter Vertrieb und Service für Europa bei der Lufthansa. Seit Mitte November werden von Lufthansa und Jetblue zwölf Code-Share-Verbindungen ab New York und Boston in den USA und nach Puerto Rico angeboten.

Was zunächst 2008 als reines Finanzinvestment begann (derzeit werden 15,6Prozent gehalten), wurde nun nach der Zustimmung der US-Behörden "zur gelebten Zusammenarbeit" , betonte Benz. Die Deutschen sind mit ihrem Anteil der größte Einzelaktionär, die restlichen Anteile sind im Streubesitz an der Börse. 2000 gegründet, hat Jetblue seit dem Vorjahr einen eigenen Terminal am New Yor-ker John-F.-Kennedy-Flughafen. In Summe bietet die Airline täglich 650 Flüge in 58 Städte an. Die Airline versteht sich zwar als Low-Cost-Airline, ist aber kein Billigcarrier. One-Way-Tickets ab New York etwa nach Buffalo gibt es ab 29 Dollar inklusive Steuern, Orlando wird ab 59 Dollar angeboten. Der durchschnittliche Ticketpreis liegt bei 99 Dollar.

Innovativ ist der Service: Am Gate können Essen und Getränke über Displays geordert werden, bezahlt wird mit Kreditkarte. Das Essen wird innerhalb von zehn Minuten geliefert, und der Kunde entscheidet, ob er am Gate essen will oder erst an Bord. Voraussetzung dafür war, dass am Terminal nur ein Gastro-Betreiber (OTG) vertreten ist, der mit unterschiedlichen Restaurant-Arten für die Verpflegung der Reisenden sorgt. An Bord werden kostenlos Snacks (u.a. blaue Kartoffelchips) angeboten. Gratis ist auch das Live-TV-Programm über Satellit.

Als größte Herausforderung in Zeiten der Krise sieht Benz die Flexibilität. Es gilt "möglichst kurzfristig die Kapazität der Nachfrage anzupassen, und das zu attraktiven Preisen" . Osteuropa werde 2010 schwach bleiben. Daher wolle Lufthansa mit dem Preis, dem Produkt und dem Service anderen Airlines Marktanteile abnehmen. (Claudia Ruff aus Orlando, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.11.2009)

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