UNO zieht negative Bilanz ihres Einsatzes

25. November 2009, 17:25
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Konflikt sogar noch verschärft

Kinshasa - Die Vereinten Nationen haben eine ausgesprochen negative Bilanz ihres Militäreinsatzes im Kongo (MONUC) gezogen. Die Unterstützung für die im Osten des afrikanischen Landes gegen ruandische Rebellen vorgehenden kongolesischen Truppen sei gescheitert, erklärten Experten der Weltorganisation in einem Bericht, den Reuters am Mittwoch einsehen konnte. Statt die Ursachen der Gewalt zu beseitigen, habe der weltweit größte Friedenseinsatz der UNO den Konflikt in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu sogar verschärft.

Der Militäreinsatz habe nicht dazu geführt, die Rebellen der Demokratischen Kräfte für die Befreiung Ruandas (FDLR) auszuschalten, kritisierten die Experten. Die Lage der Menschen in den beiden Kivu-Provinzen habe sich verschlechtert, die Bewegung der kongolesischen Tutsi-Rebellen an Einfluss gewonnen. Mit Unterstützung der 20.000 MONUC-Soldaten war die kongolesische Armee dieses Jahr gegen die FDLR in die Offensive gegangen. Die UNO setzte diesen Monat die Unterstützung für kongolesische Einheiten aus, die für den Tod von 60 Zivilisten im verantwortlich gemacht wurden, verteidigte aber ihre Gesamtstrategie.

Die UN-Experten verwiesen auf "den möglichen Widerspruch zwischen dem MONUC-Mandat, vorrangig Zivilisten zu schützen, und der logistischen Unterstützung der Armee, die sich weiterhin an der Zivilbevölkerung vergreift". Während der UNO-Sicherheitsrat zweimal den Einsatz im Kongo verlängerte, beklagten Menschenrechtsgruppen und Hilfsorganisation die Vertreibung von Millionen Menschen, Tausende Vergewaltigungen und Hunderte Morde. Ein MONUC-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. (APA/Reuters)

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