Rapid-Spiele in Wettskandal involviert

25. November 2009, 17:52
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UEFA nannte fünf Vereine, darunter Rapid-Gegner Schkodra - Ludwig und Ebenbauer: "Uns sind bisher keinerlei Details bekanntgegeben worden"

Nyon/Bochum/Wien - Mit Leichtigkeit hatte sich Rapid vor vier Monaten gegen den albanischen Vizemeister Vllaznia Shkodra durchgesetzt. Das Heimspiel zur zweiten Qualifikationsrunde in der Europa League gewannen die Wiener am 16. Juli mit 5:0, auswärts gelang eine Woche später ein 3:0. Am Mittwoch nannte der europäische Fußballverband Uefa insgesamt sieben Spiele der Europacup-Qualifikation sowie fünf beteiligte Vereine, die im Fokus der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Bochum stehen.

"Wir wurden von der Uefa vorinformiert, dass auch unsere Spiele gegen Shkodra betroffen sind" , sagte Rapids Pressesprecher Sharif Shoukry. Ausdrücklich sei aber darauf hingewiesen worden, dass sich der Verdacht nur gegen die Albaner richte. Shoukry: "Was sie getan haben oder nicht, können wir nicht beurteilen."

Auch Österreichs Vertretern beim Uefa-Krisengipfel am Mittwoch in Nyon, ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig und dem für Recht und Spielbetrieb zuständigen Liga-Vorstand Christian Ebenbauer, wurde versichert, dass Rapid nicht unter Verdacht stehe.

Neben Vllaznia Shkodra - übrigens der Exklub von Stürmer Hamdi Salihi, der erst nach den beiden fragwürdigen Spielen von Ried zu den Hütteldorfern wechselte - wird auch gegen den KF Tirana (Albanien), gegen FC Dinaburg (Lettland), NK Ljubljana (Slowenien) sowie Honved Budapest (Ungarn) ermittelt.

15 verdächtige Spiele

Alle diese Klubs spielten in der Qualifikation für die Champions bzw. die Europa League. Laut Uefa sind möglicherweise drei Schiedsrichter und ein Offizieller involviert, die entsprechenden Namen wurden nicht bekanntgegeben. Die Bochumer Behörden hatte von mindestens drei Partien der Champions League und zwölf Spielen aus der Europa League gesprochen, die unter Verdacht stünden.

Darüber hinaus ergab der Uefa-Krisengipfel, zu dem insgesamt neun Verbände (neben Österreich noch Deutschland, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Ungarn, die Schweiz, Slowenien und die Türkei) eingeladen waren, wenig Griffiges. "Neben der generellen Verurteilung möglicher Manipulationen und der bereits mehrfach angekündigten Unterstützung der Untersuchungen haben sich bis jetzt für uns nur wenig neue Aspekte ergeben" , sagte Bundesligavorstand Georg Pangl.

Auf Aufklärung darüber, welche elf Spiele in Österreichs erster und zweiter Liga manipuliert worden sein sollen, war vergebens gehofft worden. "Die Uefa hat uns allerdings zugesichert, unser Ansuchen, ebenso wie jene der anderen Verbände, um Akteneinsicht an die Staatsanwaltschaft Bochum zu unterstützen und um eine beschleunigte Behandlung zu bitten. Zudem wurde zugesagt, dass sämtliche verfügbaren Fakten, sobald diese der Uefa vorliegen, den nationalen Verbänden übermittelt werden" , berichteten Liga-Vertreter Ebenbauer und Ludwig in einem gemeinsamen Statement. (sid, lü - DER STANDARD PRINTAUSGABE - 26.11. 2009)

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    Mitte Juli spielte Rapid gegen Vlaznia Schkodra. Nun steht der albanische Verein unter Manipulationsverdacht.

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