Shell schließt Werk Lobau

25. November 2009, 18:01
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Die Produktion wird im Laufe des kommenden Jahres schrittweise eingestellt - 80 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz

Wien - Der britisch-niederländische Mineralölkonzern Shell schließt nächstes Jahr seine einzige Produktionsstätte in Österreich, das Schmiermittelwerk Wien-Lobau. Betroffen sind insgesamt 80 Mitarbeiter; sie wurden von den Schließungsplänen am Mittwochnachmittag in Kenntnis gesetzt. Für sie soll es einen Sozialplan geben, dessen Details noch zu fixieren sind.

Shell produziert in der Lobau seit 1971 Motoröle (Helix) für Pkw sowie Industrieschmiermittel für Großabnehmer. Zuletzt waren es 60.000 Tonnen. Damit wurde nicht nur der österreichische Markt beliefert, auch ein Dutzend Länder in Zentral- und Osteuropa wurde mitversorgt.

Hintergrund der nun beschlossenen Schließung des Werks Lobau sei eine Neustrukturierung von Produktion und Logistik in der Region Zentraleuropa, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage des Standard. Aus welcher Produktionsstätte Shell Österreich künftig die Schmiermittel für den lokalen Bedarf beziehen werde, sei noch offen.

Die Schließung des Werks soll schrittweise "im Laufe des Jahres 2010" erfolgen. Pläne für eine Nachnutzung gebe es nicht. Eine Fortführung der Produktion durch Dritte schließt man definitiv aus.

Erst vor sieben Jahren ist die Shell-Unternehmenszentrale vom Rennweg im Zentrum Wiens in einen Bürotrakt beim Zentrallager in der Lobau am Rande der Stadt übersiedelt worden. Shell Österreich beschäftigt derzeit noch rund 250 Mitarbeiter. Zuletzt setzte das Unternehmen 1,5 Milliarden Euro um. Die übrigen Geschäftsfelder von Shell Austria seien von den Restrukturierungen nicht betroffen, wird betont.

Shell ist mit knapp 280 Tankstellen eines der führenden Mineralölunternehmen im Land. Ein weiteres Standbein des Mineralölkonzerns ist das Heizölgeschäft. Seit 2008 liefert Shell Österreich auch Gas an Industriekunden. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.11.2009)

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