Kein duftes Spielzeug schenken

25. November 2009, 15:25
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Viele Duftstoffe gelten als potenziell allergieauslösend - Außerdem verführen Düfte wie Erdbeere, Vanille und Schokolade Kinder dazu Spielzeug in den Mund zu nehmen, das nicht dafür vorgesehen ist

Laut wissenschaftlichen Studien lösen Duftstoffe bei Kindern Allergien und Depressionen aus, erhöhen die Anfälligkeit von Ohreninfektionen und die Kinder haben öfters Durchfall. Für den Weihnachtseinkauf rät "die umweltberatung" daher in einer Aussendung: "Hände weg von duftendem Spielzeug und Kinderparfums." Der Duft animiere auch dazu, die Spielsachen in den Mund zu nehmen, die dafür nicht konstruiert sind, warnt Harald Brugger, Chemieexperte von "die umweltberatung". 

Verboten und doch erlaubt

Mit der EU-Spielzeugrichtlinie wurde die Verwendung von 55 allergieauslösenden Duftstoffen verboten. Allerdings dürfen sie im Spielzeug als Verunreinigung in Spuren vorhanden sein. Für 26 dieser potentiell allergieauslösenden Duftstoffe gilt eine Ausnahmeregelung: sie dürfen für Brettspiele, Kosmetikkoffer und Spiele für den Geschmacksinn gezielt verwendet werden. Das Spielzeug muss aber dementsprechend deklariert sein und ist für Kinder unter 36 Monaten nicht zugelassen. 

Bonbon-Effekt

Über 2.500 Chemikalien werden als Duftstoffe eingesetzt, die Spielzeugindustrie hat reiche Auswahl. Es gibt Kinderpuzzles, die nach Orange, Kokos, Schokolade, Rosen oder Lavendel duften. Puppen, Plüschtiere, kleine Figuren und sogar Häuschen locken mit dem Duft von Erdbeere, Honig oder Vanille. Es gibt duftende Schreibblöcke und sogar duftende Babyrasseln.
Der sogenannte Bonbon-Effekt verführt Kinder durch Farbe oder Geruch auffallende Produkte zu probieren. Dadurch besteht die Gefahr, dass Kinder kleine Teile ver-schlucken. 

Besser parfümfrei

Überflüssig seien Parfums für Kinder oder Kinder-Kosmetikprodukte mit Duftnote. Sie beeinträchtigten frühzeitig den Geruchssinn. Außerdem reagierten Kinder besonders empfindlich gegen jede Art von Chemikalien auf der Haut. In verschiedenen Tests von Kinderparfums wurden neben Duftstoffen und Lösemittel auch andere gesundheitsgefährdende Stoffe gefunden. Aus gesundheitlichen Gründen sei es auch besser, für Babys und Kinder Pflegeprodukte ohne Duftstoffe zu verwenden. Solche Produkte werden als parfumfrei oder duftstofffrei deklariert. (red)

  • Allergien, Depressionen, Ohreninfektionen und Durchfall können die Folgen synthetischer Duftstoffe sein
    foto: monika kupka/ "die umweltberatung"

    Allergien, Depressionen, Ohreninfektionen und Durchfall können die Folgen synthetischer Duftstoffe sein

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