Prostata-Operation, robotisch

25. November 2009, 12:05
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Patienten profitieren von minimal-invasiven Operationen - Experten der Robotischen Urologie tagen erstmals in Deutschland

Homburg/Saar - Robotereinsatz im Operationssaal: International längst eine Erfolgsgeschichte, hinkte der Einsatz dieser technologischen Entwicklung in Deutschland lange hinterher, obwohl sie für Patienten deutliche Vorteile bietet. Inzwischen etabliert sich die roboterunterstützte "Schlüsselloch-Chirurgie" jedoch langsam. 4. und 5. Dezember 2009 findet in Homburg/Saar nun das 1. Deutsche Robotische Urologie Symposium statt. In den Mittelpunkt ihres Kongresses, zu dem mehr als 200 Mediziner verschiedener Disziplinen erwartet werden, stellt die "Deutsche Gesellschaft für roboter-assistierte Urologie e.V." das DaVinci-System vor, das minimal-invasive Operationen der kleinen Schnitte optimiert.

Übertragene Bewegungen

"DaVinci ist kein Roboter, der irgendetwas eigenständig macht. Die Maschine überträgt nur durch kleinstmögliche Zugänge die Handbewegungen des Operateurs auf das Innere des Patienten, ohne dass dessen Hände mit hindurchpassen müssen", erläutert Michael Stöckle, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum des Saarlandes, in einer Aussendung. "Wir wollen zeigen, dass praktisch jede urologische Standardoperation mit DaVinci machbar ist", so Stöckle, in dessen Klinik seit Anfang 2006 rund 1000 robotische Eingriffe von der joystickähnlichen Steuerkonsole des Systems aus durchgeführt worden sind.

Höhere Präzision

Im Vergleich zur herkömmlichen Schlüsselloch-Chirurgie, bei der meist beengt mit starren Instrumenten gearbeitet werde, bietet das DaVinci-System laut Professor Stöckle einen höheren Grad an motorischer Feinheit und Geschicklichkeit sowie durch seine stereoskopische Optik eine deutlich bessere 3D-Ansicht des Eingriffsbereiches. Die Vorteile der präzisen und schonenden Methodik inkludieren alle Vorzüge der minimal-invasiven Schlüsselloch-Chirurgie für den Patienten: kleinere Schnitte, geringere Blutung, vermindertes Infektionsrisiko, weniger postoperative Schmerzen, kürzere Heilungszeiten und Klinikaufenthalte.

Nachteil: Hohe Kosten

Während das System aus medizinischer Sicht große Vorteile bietet, hat es aus Sicht der Krankenhäuser einen gravierenden Nachteil: Die Anschaffungskosten des konkurrenzfreien Systems aus den USA liegen bei rund 1,6 Millionen Euro.

In den USA liegt der Marktanteil der DaVinci-unterstützten Prostata-Operationen inzwischen bei rund 80 Prozent. Bei der Operation von Prostatakarzinomen habe das System dort praktisch alles vom Markt verdrängt, fasst Stöckle die dortige Entwicklung zusammen. Auf dem Symposium wird man sich auch der Frage widmen, welche weiteren Einsatzmöglichkeiten für diese teure Technik zu erwarten sind. So sind etwa im HNO-Bereich erste Schilddrüsen-Operationen vorgesehen.

Erfahrung vorausgesetzt

DaVinci-Kritikern, die anführen, dass erst eine lange Lernkurve zu optimalen Resultaten führe, begegnet die Urologie in Homburg/Saar nach rund 1000 Eingriffen mit ausgezeichneten Statistiken hinsichtlich der Kontinenz- und Potenzrate. Wie häufig in der Chirurgie spiele natürlich auch bei der roboter-assistierten Prostataentfernung die Erfahrung des Operateurs eine wichtige Rolle, so Stöckle. Sein Rat: Als Patient sollte man sich nicht scheuen, den Operateur nach der Anzahl seiner bereits absolvierten robotischen Eingriffe zu fragen. (red)

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    Teuer, aber sehr präzise: Roboter "DaVinci"

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