Lettische Banken vor Milliardenverlust

25. November 2009, 11:19
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Unsichere Kredite belasten Resultate schwer

Riga - Die lettischen Finanzinstitute haben in den ersten zehn Monaten dieses Jahres 643,2 Mio. Lats (907 Mio. Euro) verloren. Diese Zahl gab die lettische Kapitalmarktaufsicht (FKTK) diese Woche in Riga bekannt. Ein Großteil dieser Summe sei durch Aufwendungen der Banken für unsichere Kredite entstanden, zitierte die baltische Nachrichtenagentur BNS eine Behördensprecherin.

Laut Finanzmarktaufsicht erfüllen die Banken aber weiter die verpflichtenden Auflagen. Die durchschnittliche Liquiditätsrate der lettischen Banken sei in den Monaten Jänner-Oktober bei 57,4 Prozent gelegen. Das Mindesterfordernis liegt bei 30 Prozent.

Während die gesamte Einlagensumme bei lettischen Banken im Monatsvergleich um 0,5 Prozent auf rund 9 Mrd. Lats (12,69 Mrd. Euro) stieg, gingen die Kapitalreserven seit September um 1,4 Prozent auf rund 1,5 Mrd. Lats (2,12 Mrd. Euro) zurück.

Lettland ist gemeinsam mit Rumänien und Ungarn eines der EU-Mitglieder, die derzeit von internationalen Darlehen in Milliardenhöhe in Euro abhängig sind. Um den Auflagen der internationalen Gläubiger, allen voran des Internationalen Währungsfonds (IWF) gerecht zu werden, musste sich die lettische Regierung zu einem rigorosen Sparkurs verpflichten. Das Parlament in Riga soll kommenden Dienstag (1.12.) über das laut Ministerpräsident Valdis Dombrovskis "praktisch fertige" Sparbudget 2010 abstimmen.

Die schwedischen Banken Swedbank und SEB haben haben im lettischen Kreditgeschäft einen Marktanteil von rund 22 Prozent. (APA)

 

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