Hochschulausgaben im OECD-Schnitt, Output klar darunter

25. November 2009, 10:08
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Öffentliche Ausgaben für Hochschulen überdurchschnittlich, fast keine Privat-Aufwendungen - Akademikerquote am OECD-Ende

Wien - Die Forderung nach mehr Geld für die Unis tönt derzeit aus den meisten Hörsälen, Rektoraten und Parteien - begründet wird dies oft mit dem internationalen Rückstand Österreichs bei den Finanzmitteln für den Hochschulsektor. Laut der jüngsten Ausgabe der OECD-Vergleichsstudie "Bildung auf einen Blick 2009" ist dieser aber nicht wirklich groß bzw. vor allem in der ausschließlich öffentlichen Finanzierung des Tertiärsektors begründet. So liegen die Ausgaben für den Hochschulsektor in Österreich mit 1,3 Prozent des BIP (2006) in etwa im OECD- bzw. EU-Schnitt (je 1,4 Prozent).

Betrachtet man nur die öffentlichen Ausgaben für den Hochschulsektor, landet Österreich mit 1,2 Prozent des BIP sogar über dem OECD-Schnitt (1,0 Prozent) in diesem Bereich. Allerdings machen die Mittel aus privaten Quellen für die Hochschulen in Österreich nur 0,1 Prozent des BIP aus - bedenkt man, dass 2006 noch Studiengebühren zu bezahlen waren, ist dieser Anteil seither vermutlich weiter gesunken.

USA Spitzenreiter bei Bildungsausgaben

Im internationalen Vergleich sind bei den Spitzenländern mit den höchsten Aufwendungen für die Hochschulfinanzierung unterschiedliche Strategien zu erkennen: So wendet etwa OECD-Spitzenreiter USA 2,9 Prozent des BIP für den Tertiärsektor auf - die öffentlichen Ausgaben betragen allerdings wie in Österreich ein Prozent des BIP, der Löwenanteil von 1,9 Prozent geht auf das Konto privater Quellen. Ähnlich Südkorea: Dort setzt sich der 2,5-prozentige BIP-Anteil für den Hochschulsektor zu 0,6 Prozent aus öffentlichen und zu 1,9 Prozent aus privaten Ausgaben zusammen.

In etwa die Waage halten sich die öffentlichen (1,5 Prozent des BIP) und privaten Ausgaben (1,3 Prozent des BIP) für die Hochschulen in Kanada sowie in Australien (jeweils 0,8 Prozent des BIP). Wie Österreich auf eine fast vollständige staatliche Finanzierung (allerdings auf höherem Niveau) setzen etwa die skandinavischen Staaten Dänemark und Finnland mit jeweils 1,6 Prozent des BIP aus öffentlichen Quellen und 0,1 Prozent aus privaten.

Schlechter Output

Trotz der durchschnittlichen Finanzierung schlecht schaut es beim Output aus: Der Anteil der Akademiker an der 25- bis 64-jährigen Bevölkerung liegt in Österreich konstant bei 18 Prozent (2007). Das ist deutlich unter dem OECD-Schnitt von 27 Prozent. Auch die Entwicklung der Abschlussquoten ist weniger dynamisch als in den anderen OECD-Staaten: Die Zahl der Bildungsabschlüsse im Tertiärbereich stieg in Österreich zwischen 1998 und 2007 jährlich im Schnitt um 3,2 Prozent, für die OECD-Länder ergibt sich hingegen ein Durchschnitts-Plus von 3,4 Prozent.

Derzeit schließen 22,1 Prozent eines Altersjahrgangs in Österreich ein Hochschulstudium ab - das ist weit unter dem Durchschnitt der OECD-Länder von 38,7 Prozent. Zwar stieg in Österreich die Abschlussquote seit 1995 um etwa zwölf Prozentpunkte, doch im Schnitt der OECD-Länder beträgt der Sprung rund 19 Prozentpunkte. Weniger Personen eines Altersjahrgangs schließen nur in Griechenland (18 Prozent) ein Hochschulstudium ab.

Auch bei der Studienanfängerquote findet sich Österreich mit 42 Prozent unter dem OECD-Schnitt von 56 Prozent wieder. Ihr Anstieg seit 1995 um 15 Prozentpunkte ist ebenfalls weniger dynamisch als in den anderen Industrieländern (OECD-Anstieg: 19 Prozentpunkte). (APA)

 

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