GM schrumpft Opel in Europa

25. November 2009, 18:55
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General Motors will bei der Sanierung radikal Stellen abbauen, die vier deutschen Standorte sollen aber erhalten bleiben

Wiesbaden - General Motors will bei der Sanierung von Opel 9.000 bis 9.500 Stellen in Europa abbauen. Die Produktionskapazität solle um 20 Prozent reduziert werden, sagte der neue GM-Europa-Chef Nick Reilly am Mittwoch nach einem Treffen mit dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) in Wiesbaden. Alle vier deutschen Standorte sollen jedoch erhalten.

Stammsitz Rüsselsheim

Am Stammsitz in Rüsselsheim sollen ähnlich viele Arbeitsplätze wegfallen wie im Konzept von Magna vorgesehen. Genaue Zahlen wollte Reilly nicht nennen. Nach dem Konzept von Magna sollten in Rüsselsheim zwischen 1.000 und 2.000 der rund 15.000 Stellen gestrichen werden.

Koch betonte erneut, in der Frage von Staatshilfen werde es keine Sonderbehandlung für Opel geben. Ein Antrag von GM werde geprüft wie der Antrag jedes anderen Unternehmens. Erst müssten aber die Pläne vorliegen. Auch ein Wettlauf um Subventionen werde es mit dem Land Hessen nicht geben. Koch sagte, er hoffe, dass Wege für eine größere Eigenständigkeit von Opel gefunden werden könnten.

Feilschen um Werkserhalt

Reilly wolle dem europäischen Betriebsrat des Autobauers außerdem bei einem Treffen im Tagesverlauf zusichern, dass alle vier deutschen Standorte erhalten bleiben, berichtete das "Handelsblatt" am Mittwoch unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Wiener GM-Werk bleibt ungeschoren

Das GM Powetrain-Werk in Wien-Aspern spielt in den Sanierungsprogrammen des US-Autokonzerns für Opel offenbar eine untergeordnete Rolle. Bei der Präsentation der Sparpläne vor europäischen Betriebsräte am Mittwoch in Rüsselsheim habe der neue GM-Europachef Nick Reilly heute nur Antwerpen genannt, sagte ein GM-Europe-Sprecher zur APA. Aspern sei nicht erwähnt worden, sagte er. Wien sei "innerhalb der Opel-Organisation wichtig".

Als gefährdet gilt weiterhin das Astra-Werk im belgischen Antwerpen. Die anderen Standorte in Spanien, Großbritannien, Österreich und Polen sollen bestehen bleiben, schreibt Reuters. Der deutsche Opel-Gesamtbetriebsratschef, Klaus Franz, gab nach Reillys Vorlagen via Medien Details zum derzeitigen Stand der Sparprogramme bekannt. Im Astra-Werk im belgischen Antwerpen sei ein Abbau von 750 Jobs vorgesehen; eine Schließung würde aber den Verlust von 2.321 Arbeitsplätzen bedeuten. In Saragossa in Spanien sollten laut AP 900 Jobs wegfallen, in Großbritannien am Standort Luton 354 Stellen gestrichen werden. Ungeschoren kommen nach den Worten von Franz dagegen Polen, Ungarn und Österreich davon. (APA)

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    GM-Europa-Chef Nick Reilly hat einige äußerst unerfreuliche Nachrichten im Reisegepäck

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