Thyssen-Witwe mag Schwieger­tocher nicht

25. November 2009, 10:30
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Witwe des "Tarzan"-Darstellers Lex Barker war die fünfte Frau von Thyssen - Ihr Sohn wurde vom Milliardär adoptiert, der hat dann die "falsche" Frau geheiratet

Madrid -  Es geht um Geldanlagen und Schmuck im Wert von über 300 Millionen Euro und um den Erhalt einer der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen der Welt.

Die Witwe des vor mehr als sieben Jahren gestorbenen Kunstmäzens Hans-Heinrich Thyssen-Bornemisza, Carmen Cervera, und ihr Sohn Borja Thyssen stehen sich im Streit um das Erbe gegenüber. Die Abneigung der Mutter gegenüber ihrer Schwiegertochter sei die eigentliche Ursache des Konflikts: "Wenn ich eines Tages nach Hause käme und verkündete, mich scheiden zu lassen, wäre alles ganz anders",  erklärte Borja Thyssen im Regenbogenblatt "Hola!". Der Sohn soll sich verschuldet haben, seit seine Mutter nicht mehr so üppige Summen zukommen lässt wie früher, weil sie nicht glaubt, dass das Kind ihrer Schwiegertochter von ihrem Sohn sei.  "Der Sohn ist auf Geld aus, die Mutter will ihre Kunstsammlung zusammenhalten", schreibt die Zeitung "El Pais" "Wenn der Krieg der Thyssen weitergeht und vor die Gerichte kommt, könnten Teile der Kollektion von Cervera in Gefahr geraten". 

Carmen Cervers Weg zur Kunstexpertin

Die 66-jährige Thyssen-Witwe Carmen Cervera, frühere "Miss Spain" und Witwe des "Tarzan"-Darstellers Lex Barker (1919-1973), hat Thyssen1985 geheiratet und war dessen fünfte Ehefrau.  Unter dem Einfluss des Mäzens wurde die Ex-Schönheitskönigin zu einer anerkannten Kunstexpertin und legte sich selbst eine umfangreiche Kollektion von etwa 1.000 Werken alter Meister und moderner Künstler zu.  Die Witwe hat einen Teil ihrer Sammlung dem spanischen Staat leihweise zur Verfügung gestellt. Das Übereinkommen läuft 2011 aus. Über eine Erneuerung muss noch verhandelt werden. Die "Baronin", wie die Kunstsammlerin genannt wird, drohte erst kürzlich damit, mit ihrer Kollektion in ein anderes Land überzusiedeln, wenn sie mit Spanien keine zufriedenstellende Einigung erziele.

Thyssen adoptierte Carmen Cervers Sohn

Carmen Cerveras einziger Sohn Borja, entstammt einer früheren, kurzen Beziehung. Thyssen adoptierte den Bub und gab ihm das Recht, den Namen Thyssen zu tragen.

Thyssen-Witwe traut Schwiegertochter nicht

Zum Bruch zwischen Mutter und Sohn kam es, als der heute 29-jährige Borja das Ex-Model Blanca Cuesta heiratete und das Paar ein Kind bekam. Cervera hatte sich der Eheschließung vehement entgegengestellt. Von dem Enkel verlangte sie nach Presseberichten mehrere ärztliche Zertifikate, aus denen hervorging, dass ihr Sohn auch wirklich der Vater war.

Sohn will einige Kunstwerke

Borja Thyssen, der bisher nie einem geregelten Beruf nachgehen musste, will erst von Rechtsexperten erfahren haben, dass er ein direktes Anrecht auf einen Teil des Thyssen-Erbes besitze. Bisher war er davon ausgegangen, dass er nur über seine Mutter etwas erben könnte. Nach seiner Ansicht gehören ihm unter anderem ein Gemälde von Francisco de Goya aus dem Jahr 1786 und eines von Corrado Giaquinto aus den Jahr 1750. Mit einem Notar wurde er kürzlich im Madrider Thyssen- Bornemisza-Museum vorstellig, wo die Werke ausgestellt sind, und verlangte die Herausgabe. Der Erbstreit alarmierte die spanische Kunstwelt, denn er macht die ohnehin komplizierte Lage um die Kunstwerke noch heikler.  (APA)

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    Thyssen-Witwe Carmen Cervera mit ihrem Sohn Borja beim Beräbnis 2002

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