Zuflucht Schanghai

24. November 2009, 17:01
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Die chinesische Metropole als Zufluchtsort für ca. 20.000 Juden - Lesung und Gespräch mit Ursula Krechel und Otto Tausig

Zwischen März 1938 und November 1941 flüchten etwa 130.000 Österreicher, mehrheitlich Juden im Sinn der "Nürnberger Rassegesetze" , ins Ausland. Viele davon nach China, die Mehrheit derer landet in Schanghai. Die chinesische Metropole wird Zufluchtsort für ca. 20.000 Juden aus den faschistischen Staaten Europas. Unter japanischer Herrschaft werden die Flüchtlinge in ein Ghetto gepfercht, trotz Repressalien überleben die meisten Emigranten den Krieg, können aber erst Ende der 1940er-Jahre Schanghai wieder verlassen.

Ein Schicksal, das auch Franziska Tausigs Leben bestimmte, die Mutter des Schauspielers Otto Tausig. Anfang 1939 schickt sie Sohn Otto mit einem Kindertransport nach England, wenig später erkauft sich das Ehepaar Tausig zwei Plätze auf einem von der Gestapo gecharterten Schiff nach Fernost. So machen Nazis noch ein gutes Geschäft mit Flucht und Elend der Emigranten, auch die Tausigs kommen völlig mittellos in Schanghai an. Exemplarisch für viele Verfolgte des NS-Regimes schildert die deutsche Autorin Ursula Krechel den Überlebenskampf von Franziska Tausig und des Berliner Buchhändlers Ludwig Lazarus in ihrem Roman "Shanghai fern von wo" (Jung und Jung). Lesung und Gespräch mit Ursula Krechel und Otto Tausig. (dog/DER STANDARD, Printausgabe, 25. 11. 2009)

>> Salzburg, Literaturhaus, 25. 11., 20.00 Uhr

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