Gewerkschaft: Gewalt im Job ein Problem

24. November 2009, 15:18
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Mit einer Initiative gegen Gewalt am Arbeitsplatz soll alltägliche Gewalt am Arbeitsplatz sichtbar gemacht werden

Laut der Gewerkschaft vida und der Arbeiterkammer ist Gewalt am Arbeitsplatz in Österreich ein Problem. Bekannt werden meist spektakuläre Fälle. In Form von Hänseleien, Beschimpfungen, Mobbing bis hin zu körperlichen Übergriffen sei Gewalt aber im Berufsalltag allgegenwärtig, darauf will die Gewerkschaft aufmerksam machen. Laut einer EU-weiten Studie sei jeder Zehnte betroffen. Eine Umfrage unter österreichischen Betriebsräten habe ergeben, dass bei mehr als einem Drittel - nämlich bei 39 Prozent - Gewalt am Arbeitsplatz bereits einmal Thema war. Die Übergriffe gingen besonders häufig von Klienten, Kunden oder Patienten aus, aber auch von Arbeitskollegen oder Vorgesetzten.

Initiative

Mit der Initiative "Tatort Arbeitsplatz. Gib der Gewalt im Job keine Chance" soll die Gewalt, wie sie täglich in Betrieben passiert, sichtbar gemacht werden. Vida fordert zudem rechtliche und betriebliche Maßnahmen. Die Gewerkschaft bezieht sich auf eine freiwillige europäische Rahmenvereinbarung gegen Belästigung und Gewalt, die 2007 von den Sozialpartnern in den europäischen Mitgliedsstaaten abgeschlossen wurde und bis April 2010 auch in Österreich umgesetzt sein soll.

Forderungen

Vida fordert, dass jede Art von Körperverletzung im Beruf strafrechtlich automatisch als schwere Körperverletzung eingestuft wird. Arbeitspsychologen sollen als verpflichtende Präventivkräfte in Betrieben vorgesehen werden (Festschreibung im Arbeitnehmerschutzgesetz). Das Arbeitsinspektorat soll zudem auch als Kontrollorgan für Gewalt zuständig sein. Die Pflicht zur Prävention von Mobbing in den Betrieben soll gestzlich verankert werden, inklusive der Festschriebung von Sanktionen. Eine Musterbetriebsvereinbarung soll den wertschätzenden Umgang mit Mitarbeitern fördern und enthält Leitlinien für den Umgang mit Gewalt inklusive der Schaffung einer betrieblichen Beratungsstelle. (red, derStandard.at)

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