Rapid peilt Topposition an

24. November 2009, 15:09
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Hütteldorfer können mit Sieg gegen Sturm Tabellenführung übernehmen - Steirer wollen sich im wohl ausverkauften Hanappi-Stadion nicht verstecken

Wien - Der SK Rapid greift am Mittwoch nach der Tabellenführung. Im Falle eines Sieges im Nachtragsspiel der ersten Runde vor eigenem Publikum gegen Sturm Graz stünden die Hütteldorfer erstmals seit über 14 Monaten wieder an der Spitze der österreichischen Fußball-Bundesliga, was für Trainer Peter Pacult dennoch nicht mehr als eine Momentaufnahme wäre. "Abgerechnet wird erst nach 36 Runden", betonte der Wiener.

Dem Coach geht der Wirbel um den möglichen Sprung auf Rang eins schon auf die Nerven. "Ich höre immer nur, wir können Tabellenführer sein, aber ich kann nicht B vor A sagen. Zuerst einmal müssen wir gewinnen. Unsere Motivation muss in erster Linie sein, vor eigenem Publikum ein gutes und erfolgreiches Spiel abzuliefern", mahnte Pacult.

Pacult fordert volle Konzentration

Dies sei gegen einen Kontrahenten von der Qualität von Sturm Graz ohnehin schwierig genug, selbst wenn aus den vergangenen fünf Runden vier Siege und ein Remis herausschauten. "Wir brauchen eine sehr konzentrierte Leistung und ein druckvolles Spiel, sicher einen besseren Auftritt als gegen die Austria", meinte der 50-Jährige mit Hinweis auf den 4:1-Derbysieg, der deutlich ausfiel, ohne dass die Grün-Weißen geglänzt hätten.

Hoffen auf den zwölften Mann

Gegen Sturm setzt Pacult unter anderem auf die moralische Unterstützung durch ein wohl ausverkauftes Stadion (bis Dienstagmittag waren nur noch 500 Tickets zu haben). "Wir haben den Vorteil eines Heimspiels und müssen die Grazer beschäftigen, aber auch auf ihre Konter aufpassen", sagte der Trainer. Seine Truppe kassierte in den jüngsten 32 Liga-Heimspielen nur 2 Niederlagen - eine davon jedoch im vergangenen April gegen Sturm (0:1). Auch die bisher letzte Niederlage setzte es für Rapid am 18. Oktober mit dem 0:1 in Graz gegen den Mittwoch-Rivalen.

Ein Lieblingsgegner von Sturm sind die Hütteldorfer deswegen aber nicht, wie Coach Franco Foda meinte. "Ich habe immer gesagt, wenn die Salzburger normal spielen, werden sie Meister, und die größten Chancen, sie zu fordern, hat Rapid. Dann kommt die Austria und dann erst die restlichen Mannschaften."

Bis vor wenigen Wochen waren die "Blackies" noch ganz oben dabei, zwei Niederlagen en suite warfen sie zuletzt allerdings aus der Bahn. Auf die monatelange Doppelbelastung will Foda die vergangenen Negativ-Erlebnisse nicht zurückführen. "Wir haben im Moment eben Schwankungen, aber ein Jammern wird man von mir nicht hören."

Foda verspricht Offensive

Der Deutsche, der vor seinem 150. Match im österreichischen Oberhaus (66 Siege, 33 Remis, 50 Niederlagen) steht, erwartet im Westen Wiens eine packende Partie, "weil beide Mannschaften Fußball spielen wollen. Wir werden uns nicht verstecken und uns sicher nicht so hinten reinstellen, wie das einige Clubs in Graz tun", erklärte Foda. Geht es nach dem Sturm-Betreuer, sollte der Pacult-Wunsch nach einer Steigerung im Vergleich zum Derby tunlichst nicht eintreffen. "Wenn sich Rapid steigert, sind wir von einem Sieg im Hanappi-Stadion so weit entfernt wie die Erde vom Mond." (APA)

SK Rapid Wien - SK Sturm Graz (Nachtragsspiel der 1. Runde/Hanappi-Stadion, 19.00 Uhr, SR Gangl). Bisheriges Saisonergebnis: 0:1 (a). 2008/09: 1:3 (a), 2:1 (h), 2:2 (a), 0:1 (h).

Rapid: Payer - Kulovits, Soma, Patocka, Katzer - Hofmann, Heikkinen, Pehlivan, Kavlak - Jelavic, Salihi/Gartler
Ersatz: Hedl - Dober, Jovanovic, Thonhofer, Trimmel, Konrad
Es fehlen: Eder (Entzündung im Fersenbereich), Drazan (Knöchelverletzung), Boskovic (Kapselverletzung in der Schulter)

Sturm: Gratzei - Lamotte, Schildenfeld, Sonnleitner, Prettenthaler - Hölzl, M. Weber, Foda, Jantscher - Muratovic - Beichler
Ersatz: Lukse - Weinberger, Ehrenreich, Feldhofer, Kainz, Klem, Bukva, Lavric
Es fehlen: Haas, Hlinka, Kienzl, Kandelaki, Hassler (alle verletzt)

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    In Graz war für die Grün-Weißen im Oktober nichts zu holen, Sturm gewann die Partie 1:0.

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