Neue Mittelschule: 143 Schulen rittern um rund 60 Plätze

24. November 2009, 13:22
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Schmied appelliert an VP, Zehn-Prozent-Grenze aufzuheben - Meiste Anträge aus Oberösterreich, Tirol und Kärnten

Wien - 143 zusätzliche Schulen wollen im kommenden Schuljahr am Modellversuch "Neue Mittelschule" (NMS) teilnehmen, hieß es seitens des Unterrichtsministeriums am Dienstag. Dabei gibt es aber ein Problem: Aufgrund der gesetzlich verankerten Zehn-Prozent-Klausel können nur rund 60 Standorte zum Zug kommen, der Rest muss abgewiesen werden. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) appellierte daher erneut an die ÖVP, die Grenze auf 20 Prozent anzuheben sowie die Finanzierung der zusätzlichen Versuche sicherzustellen.

Appell an ÖVP

Derzeit ist im Gesetz eine Zehn-Prozent-Klausel verankert, die vorsieht, dass bundesweit maximal zehn Prozent der Pflichtschulen in NMS umgewandelt werden dürfen. Im laufenden Schuljahr besuchen rund 20.000 Schüler in ca. 800 Klassen an 244 Standorten das neue Schulmodell. Damit ist ab dem kommenden Schuljahr nur mehr Platz für rund 60 Schulen und knapp 300 weitere NMS-Klassen. Schmied hatte zuletzt vorgerechnet, dass eine Ausweitung der Klausel auf 20 Prozent 2010 zusätzlich 6,2 Mio. Euro kosten würde, 25 Mio. Euro im Jahr 2011, 45 Mio. Euro im Jahr 2012 und 63 Mio. Euro im Jahr 2013.

Die meisten Anträge in Oberösterreich

Die meisten Anträge gibt es aus Oberösterreich (55), gefolgt von Tirol (51) und Kärnten (26). Salzburg kommt auf fünf, Niederösterreich auf drei, die Steiermark auf zwei und Wien auf ein Ansuchen.

Am Freitag befindet nun eine Approbationskommission über die Eignung der Anträge. Anschließend erhalten die Landesschulräte eine Liste der genehmigungsfähigen Ansuchen sowie ein Platz-Kontingent, das sie selbst mit Schulen füllen müssen. Die Höhe des Kontingents richtet sich nach der Größe des Bundeslands und der Zahl der bisher genehmigten Standorte.

Zuletzt hatten sich vor allem die VP-regierten Länder Oberösterreich, Niederösterreich und Tirol sowie das BZÖ-regierte Kärnten für eine Anhebung der Zehn-Prozent-Grenze ausgesprochen. Vizekanzler Josef Pröll (V) wollte dagegen zunächst eine Evaluierung des Modellversuchs abwarten - eine solche ist erst 2012 nach dem Durchlaufen des ersten vierjährigen Versuchszeitraums vorgesehen. (APA)

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