Uniqa beschließt Kapitalerhöhung

24. November 2009, 17:33
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Bis zu 150 Millionen Euro will der Versicherer einnehmen und damit das Grundkapital um rund 8,6 Prozent erhöhen

Wien - Bis zu 150 Millionen Euro will sich die Uniqa holen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Das Unternehmen dürfte das Geld brauchen, um die neuen strengeren Eigenkapitalrichtlinien zu erfüllen.

Mit der Kapitalerhöhung dürften auch Spekulationen vom Tisch sein, der größte Anteilseigner, die Raiffeisen-Banken-Gruppe, wolle Uniqa verkaufen. Aus Unternehmenskreisen verlautete auch, dass entgegen anders lautender Gerüchte am Markt nie ein Verlauf der Uniqa an die französische Axa zur Debatte gestanden habe. Zuletzt hatten andere Finanzkonzerne, etwa die niederländische ING, die Trennung von ihren Versicherungssparten angekündigt.

Raiffeisen, die Austria Privatstiftung und die Collegialität halten zusammen rund 70 Prozent an Uniqa. Sie haben sich bereit erklärt, bei der Kapitalerhöhung auf jeden Fall mitzuziehen, teilte Uniqa am Dienstag mit.

"Die Platzierung ist unabhängig von der Ausnutzung der Bezugsrechte durch Zusagen der Kernaktionäre sichergestellt", hieß es im Kommuniqué. Die Kernaktionäre würden die nicht verkauften Aktien aufnehmen. Die bis zu 11,3 Millionen neuen Papiere sollen vom 27. November bis voraussichtlich 11. Dezember ausgegeben werden. Der Bezugspreis liegt bei höchstens 18 Euro.

Uniqa hatte 2008 mit hohen Wertberichtigungen zu kämpfen. Über 300 Millionen Euro flossen in Abwertungen von Aktien, dem ABS-Portfolio und anderen Anlagen. Das hat sich auch auf das am Dienstag präsentierte Ergebnis für die ersten neun Monate niedergeschlagen. Demnach erzielte die Uniqa bei leicht gestiegenen Prämien ein Vorsteuergewinn von 42 Millionen Euro. Im Vorjahr standen 104 Millionen Euro zu Buche.

Das Ergebnis sei durch die Volatilität der Kapitalmärkte und auch der Währungen stark belastet gewesen, erklärte der Konzern. Eine konkrete Jahresprognose traut sich Uniqa weiter nicht zu.

Verlängert wurden bei der Aufsichtsratssitzung am Dienstag auch die Mandate der Vorstände. Im Jänner 2010 wird Klaus Pekarek Christian Sedlnitzky, der in den Ruhestand tritt, als Vorstandschef ablösen. (APA, red, DER STANDARD, Printausgabe, 25.11.2009)

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