"Windows Mobile im Vergleich zu Android nicht so übel"

24. November 2009, 12:29
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Im direkten Vergleich biete Microsofts OS etwa bei Multitasking oder verfügbaren Apps einen Vorteil

So viel Rosen Google von Testern für seine Smartphone-Plattform Android gestreut bekommen hat, so viel Prügel hat Microsoft für Windows Mobile bezogen. Das spiegelt sich auch am Markt wieder: während die Android-Nutzung zunimmt, verliert Microsofts System sukzessive Marktanteile. Seit 2008 sollen die Marktanteile des Redmonder Systems um ein Drittel gesunken sein. Die Wahrnehmung ist also denkbar schlecht. Dabei sei Windows Mobile gar nicht so schlecht, wie man denkt, meint Blogger James Kendrick.

Der Blogger hat die beiden Plattformen anhand ihrer Multitasking-Fähigkeiten, der verfügbaren Applikationen, der Benutzeroberfläche und der Synchronisierungsmöglichkeiten mit dem Computer verglichen.

Multitasking

Auf einem Android-Smartphone würden mehrere Anwendungen dank Multitasking-Fähigkeit reibungslos gleichzeitig laufen. Die Ressourcenverteilung für jede aktive App sei gut, der Anwendung im Vordergrund würden genug Ressourcen für eine gute User Experience zugeteilt. Aber auch Windows Mobile sei eine exzellente Multitasking-Plattform. Es sei so entwickelt, dass Tasks im Hintergrund gut laufen. Wenn eine Anwendung mehr Speicher benötigt, würden Hintergrund-Tasks automatisch abgeschaltet. Der Nutzer bekomme diese Vorgänge gar nicht mit, "und so sollte es auch sein", meint der Blogger. Ein Kritikpunkt bei beiden Plattformen sei, dass Anwendungen nicht automatisch beendet werden, wenn sie verlassen werden.

Speicher

Ein Vorteil von Windows Mobile sei, dass User entscheiden können, ob eine Anwendung in den Gerätespeicher oder auf einer externen Speicherkarte speichern. Dadurch stünden sehr viele Apps auf einem solchen Smartphone zur Verfügung. Bei Android könne man die Programme nur in den Systemspeicher laden, der bei vielen Geräten nur 256 MB groß sei. Deshalb gebe es bislang auch kaum gute Spiele, da diese zu viel Speicher benötigen.

Apps

Bei den verfügbaren Anwendungen habe sich Android besonders rasch entwickelt. Über 16.000 Apps können bereits über den Android Market bezogen werden, laut einer aktuellen Statistik von Androlib. Microsoft sei hier erst spät mit einem eigenen Shop eingestiegen. Im Marketplace stehen demnach derzeit auch noch wenige Anwendungen über den Marketplace zur Verfügung. Kendrick streicht aber heraus, dass bereits unzählige Programme für die Plattform existieren - allerdings über verschiedene Stores und Seiten. Der Vorteil des App Stores nach dem Vorbild von Apple und Android sei, dass die Anwendungen an einer Stelle gesammelt seien. Unter Windows Mobile gebe es jedenfalls für jede Anforderung eine geeignete Anwendung, Nutzer müssten nur etwas suchen.

Browser

Beim Internetsurfen gehe der Punkt an Android, dessen Browser einfach besser sei als der mobile Internet Explorer. Windows Mobile-User könnten aber auch verschiedene andere Browser wie beispielsweise Opera Mobile 10 installieren.

Benutzeroberfläche

Bei der Benutzeroberfläche gelte jene von Android als die bessere. Das Betriebssystem sei neu und speziell für Touchscreens entwickelt worden. Es sei einfacher und moderner. Nach Ansicht des Bloggers könne man die beiden Systeme aber nicht vergleichen ohne sich Alternativen von Drittanbietern anzusehen. In beiden Fällen gebe es Hersteller, die ihre eigenen Benutzeroberflächen aufsetzen, beispielsweise HTCs Sense, das das Unternehmen sowohl für Android (am Hero) als auch für Windows Mobile (HD2) entwickelt hat. Auf beiden Systemen laufe Sense sehr gut. Windows Mobile habe jedoch den Vorteil, dass es bereits mehrere Shells gebe, die Nutzer selbst installieren können, argumentiert der Blogger. Kendrick lässt hier jedoch aus, dass die Hersteller eigene Oberflächen für Windows Mobile (auch für die neuesten Version 6.5) deswegen entwickelt haben, weil das System nach ihrer Meinung sonst zu schlecht bedienbar sei. Bei Android hingegen setzen zahlreiche Handybauer auf das Basissystem von Google.

Synchronisierung

Bei der Integration mit der Computer-Umgebung komme es laut dem Blogger darauf an, mit welchen Anwendungen man hauptsächlich arbeite. Windows Mobile-Handys würden sich natürlich besser in Microsoft-Produkte wie Outlook integrieren lassen. Android-Handys hingegen arbeiten hervorragend mit Googles eigenen Services wie Gmail zusammen. Hier herrsche also Gleichstand.

Kendricks Fazit: Android sei die heißere der beiden Plattformen, aber Windows Mobile habe ebenfalls noch einiges zu bieten. Microsoft müsse nur klarer hervorheben, dass sein System nicht veraltet sei, sondern von langjähriger Erfahrung profitiere. (red)

 

  • Windows Mobile und Android im Vergleich

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