Donnerstag Lostag für Bösendorfer

24. November 2009, 10:54
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Am Donnerstag ist eine Betriebsversammlung angesetzt: Im Raum stehen Kündigungen oder Produktionsverlagerung

Wien - Lostag für den österreichischen Klavierbauer Bösendorfer. Am kommenden Donnerstag könnte sich die Zukunft des Traditionsunternehmens entscheiden. Der jetzige Eigentümer Yamaha hat kurzfristig für diesen Tag eine Sitzung angesetzt, bei der über die Zukunft der Wiener Klaviermanufaktur informiert wird, berichtet die "Presse" am Dienstag.

Worum es in der Sitzung konkret geht, weiß laut Bericht niemand. "Ich kann nur raten", meint Betriebsratsobmann Stefan Radschiner zur "Presse". Man habe keine Vorabinformation erhalten, der Betriebsrat werde wie die Belegschaft erst am Donnerstag informiert. In der Geschäftsführung von Bösendorfer seien Anfragen mit einem knappen "kein Kommentar" abgewiesen worden.

Tatsache sei aber, dass Hiroo Okabe eigens nach Österreich kommt. Er ist im Vorstand des japanischen Großkonzerns für die Musiksparte zuständig.

Kündigungen oder Produktionsverlagerung

Im besten Fall gehe es laut "Presse" bei der Betriebsversammlung um Kündigungen, im schlechtesten um eine Verlagerung der Produktion nach Japan. Beides wurde in der Vergangenheit wiederholt diskutiert und sei aufgrund der schlechten Entwicklung wieder aktuell.

Bösendorfer hat im vergangenen Geschäftsjahr etwas mehr als 200 Klaviere verkauft und damit einen Verlust von 3,5 Mio. Euro gemacht. Als Yamaha Ende 2007 die Firma um knapp 15 Mio. Euro von der Bawag kaufte, war die Vorgabe aus Japan klar: Binnen drei Jahren hätte Bösendorfer schwarze Zahlen schreiben müssen. Dafür müssten 400 bis 500 Flügel jährlich verkauft werden.

Doch die Wirtschaftskrise habe die Pläne durchkreuzt. Vor allem in den USA sei der Markt eingebrochen. Von den angepeilten Absatzzahlen sei man weit entfernt, die Zahl der Mitarbeiter sei jedoch seit der Übernahme gleichgeblieben.

Sparmaßnahmen

"Man hat seit zwei Jahren niemanden gekündigt", erklärt Radschiner zur "Presse". " Die einzige Sparmaßnahme war Kurzarbeit, die mit Monatsende ausläuft. Jetzt werde es wahrscheinlich "irgendwelche Sparmaßnahmen" geben, glaubt der Betriebsratsobmann. Die Verunsicherung unter den Mitarbeitern sei momentan jedenfalls "sehr, sehr groß".

Derzeit beschäftigt der Klavierhersteller 179 Mitarbeiter an den Standorten in Wien und in Wiener Neustadt. Mit März 2010 wird Wien aufgelassen (nur der Stadtsalon bleibt) und Verwaltung und Herstellung in Wiener Neustadt konzentriert. Diese Übersiedlung könnte Yamaha zum Anlass für Veränderungen bei der Manufaktur nehmen, so die Zeitung. In den vergangenen Jahren sei wiederholt sogar über ein Ende der Produktion in Österreich und über den Aufbau eines Bösendorfer-Werks in Japan gemunkelt worden. (APA)

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