Industrie sucht dringend Facharbeiter

24. November 2009, 12:08
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Mehrere tausend qualifizierte Mitarbeiter fehlen laut Industrie in allen Branchen, mehr Ausbilden kontert Metallergewerkschaftschef Wimmer

Wien - Nicht allein die Wirtschaftskrise, sondern vor allem ein akuter Fachkräftemangel gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Industrie laut einem Bericht des ORF Morgenjournals. Laut Otmar Petschnig, dem Präsidenten der Industriellenvereinigung Kärnten fehlten in allen Branchem mindestens 5.000 Fachkräfte, so der Ö1-Bericht. Petschnig sieht deshalb die Bildungspolitik der Regierung gefordert, in diesem Bereich nicht zu sparen und berufsorientierter auszubilden.

Der Bedarf an qualifizierten Facharbeitern sei aber laut Petschnig in Österreich allein nicht zu decken - er fordert deshalb eine andere Einwanderungspolitik, sprich eine kontrollierte Zuwanderung.

Metaller-Chef fordert mehr betriebliche Lehrplätze

"Wer keine Lehrlinge ausbildet, kann auch nicht erwarten, dass trotzdem ständig gut ausgebildete Facharbeiter zur Verfügung stehen", kritisiert der Chef der Metallergewerkschaft Rainer Wimmer, Petschnigs Aussagen. In der Industrie wurden im Herbst 2009 deutlich weniger Lehrlinge aufgenommen als 2008: "Nach 40 Prozent im August lag Ende November der Rückgang immer noch bei rund 25 Prozent.

Im Oktober haben 6.145 Jugendliche eine Lehrstelle gesucht. "Gerade in Zeiten der Krise müssen die Firmen Geld für die Jugendausbildung bereitstellen. Der Facharbeitermangel ist also hausgemacht, weil sich immer mehr Industriebetriebe aus der Lehrausbildung verabschieden", so Wimmer. Einen Facharbeitermangel zu beklagen, selbst aber nicht willens sein, Facharbeiter auszubilden, sei ein Armutszeugnis. Es sei zwar gut, dass die überbetriebliche Ausbildung ausgebaut wurde, aber die Unternehmen dürfen sich nicht aus der Verantwortung stehlen. (APA/red)

 

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