Mehr Arbeitslosengeld gefordert

23. November 2009, 19:04
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Durchschnittlicher Bezug liegt für Frauen bei 696 Euro - Gewerkschaften wollen 60 Prozent des letzten Einkommens - mit Grafik

Wien  - Die steigende Arbeitslosigkeit und die daraus entstehende Belastung für die Betroffenen ist Thema einer am Montag gestarteten Aktionswoche der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier. "Der Job ist weg - die Fixkosten bleiben", lautet das Motto, unter dem die Erhöhung der Nettoersatzrate von 55 auf mindestens 60 Prozent des letzten Nettoeinkommens verlangt wird.

Arbeitslosigkeit "extreme Belastung"

"Arbeitslosigkeit ist längst kein Randgruppenthema mehr", erklärte GPA-djp-Vorsitzender Katzian. Jede/r fünfte ArbeitnehmerIn werde pro Jahr arbeitslos, und in der Krise werde diese Zahl weiter steigen. "Arbeitslosigkeit ist für die Betroffenen und ihrer Familien eine extreme finanzielle und psychische Belastung", begründete er das Thema der Aktionswoche.

Durchschnittlicher Bezug

Laut Gewerkschaft lag im Dezember 2008 das durchschnittliche Arbeitslosengeld bei 805,9 Euro (Männer: 855,1 Euro, Frauen 696,6 Euro), und das bei einer Armutsgefährdungsschwelle von 912 Euro. Die Notstandshilfe kam auf durchschnittlich 602,7 Euro (Männer: 655,6 Euro, Frauen 522,1 Euro).

Der Grundbetrag des Arbeitslosengeldes beträgt 55 Prozent des früheren Nettoeinkommens, eventuell erhöht durch Familienzuschlag und Ergänzungsbeitrag. Das höchstmögliche Arbeitslosengeld ohne Zuschläge liegt bei 1.316,1 Euro. Bei erstmaliger Inanspruchnahme muss man innerhalb der letzten zwei Jahre mindestens 52 Wochen arbeitslosenversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein.

Anhebung gefordert

"Wir brauchen eine bessere finanzielle Absicherung von Arbeitslosen und ihrer Familien", forderte Katzian. Das Arbeitslosengeld müsse "in einem ersten Schritt von derzeit 55 Prozent auf mindestens 60 Prozent des letzten Nettoeinkommens und mittelfristig auf 70 Prozent" erhöht werden. Kosten würde die Anhebung auf 60 Prozent rund 300 Millionen Euro. (APA)

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