Pucher tritt als Ligachef nicht mehr an

23. November 2009, 21:19
62 Postings

Der Mattersburg-Obmann schlägt Sturms Hans Rinner als seinen Nachfolger vor

Mattersburg - Martin Pucher, der Obmann des SV Mattersburg, wird der Bundesliga nicht mehr als Präsident zur Verfügung stehen. Eigentlich, sagt er, wollte er schon vor einem Jahr zurücktreten. Dann taten das aber hintereinander Josef Hickersberger als Teamchef und ÖFB-Präsident Friedrich Stickler. "Ich wollte aber einen ruhigen Übergang." Und so dient Pucher eben die volle Periode. Am 7. Dezember wählt die Hauptversammlung seinen Nachfolger.

Dass er sich eine weitere Periode nicht mehr antut, liege auch daran, dass er ein wenig die Motivation verloren hat durch die seltsame Wiederkehr des "Immergleichen" wie die Reform der Ersten Liga. "Wenn innerhalb von zwölf Monaten dieselbe Sache wieder behandelt wird, dann muss einem fad sein. Und fad war mir in meinem Leben noch nie."

Der 53-jährige Pucher zieht eine stolze Bilanz seiner vierjährigen Präsidentschaft. Immerhin habe der unter seiner Federführung etablierte Österreicher-Topf gegriffen, das Schiff Bundesliga habe im Sturm der Grazer Insolvenzen nur geschaukelt, die wirtschaftliche Basis der Vereine wurde durch die Lizenzregulierungen konsolidiert, auch die Liga selbst verfüge nun über ein Eigenkapital von 3,5 Millionen Euro.

Dass immer wieder seine Doppelfunktion als Vereins- und Ligapräsident kritisiert wurde, mag er nicht kommentieren, führt dies lieber auf "fehlendes Wissen über die Unabhängigkeit der Senate" zurück. "Der Präsident hat auch nur eine Stimme, ist mehr ein Mediator, der sich Mehrheiten suchen muss."

Besonders heftig kam diese Kritik immer wieder von Rapid. Rudolf Edlinger hat zuletzt den Tipp-3-Chef Dietmar Hoscher ins Präsidentenrennen geschickt. Mattersburg nominierte Sturm-Präsidenten Hans Rinner. Am kommenden Freitag wird die Präsidentenkonferenz darüber beraten.

Auf die Mattersburger Betreuerbank - da saß er bis zu seiner Bundesligakür - wird Pucher allerdings nicht zurückkehren, denn: "Der Platz auf der Pressetribüne ist mir lieb geworden."(Wolfgang Weisgram, DER STANDARD, Printausgabe, Dienstag, 24. November 2009)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Bundesliga-Präsident Martin Pucher stellt sich nicht der Wahl am 7. Dezember und schlägt Sturms Hans Rinner vor.

Share if you care.