Pokern im flimmernden Viereck

24. November 2009, 14:07
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Pokern boomt. Keine Frage. Das merkt man auch am Fernsehprogramm. Außerdem gibt es mehr als eine handvoll Pokerfilme

Eric Stoner, der eine verblüffende Ähnlichkeit mit Steve McQueen hat, sitzt beim letzten Spiel. Er hat sich gegen alle durchgesetzt und hat nun nur noch den alten Meister Lancey Howard vor sich – der wiederum Edward G. Robinson wie aus dem Gesicht gerissen ist. Stoner hält ein Full House mit Assen und Zehnern in der Hand. Alles scheint auf ein gutes Ende zuzulaufen. Doch in einem Drehbuch ist die Wahrscheinlichkeit von 1 zu 45 Millionen nur ein paar Buchstaben groß. Stoner verliert gegen Howard, der einen Straight Flush hat. Über all dem hängt die Titelmelodie von Ray Charles.

„The Cincinnati Kid“ ist einer der bekanntesten Pokerfilme Hollywoods, mit einem unendlich coolen Steve McQueen. Der Film erschien 1965 und wurde 1966 für einen Golden Globe nominiert. Noch heute gilt er als Milieu- und Charakterstudie der Pokerspieler.

Matt Damon pokert

Aktueller ist der Film „Rounders“, der 1998 erschien und in dem Matt Damon den Pokerhelden spielt, der erst dem Spiel ob der Liebe entsagt, dann aber wegen seines Freundes Lester doch wieder zu spielen beginnt und am Ende gegen den russischen Mafioso Teddy KGB antritt.

Poker ist auch ein wichtiges Element in dem 1973 erschienenen Film „The Sting“. „Der Clou“, wie der Film auf Deutsch heißt, ist eine Gaunerkomödie mit Paul Newman und Robert Redford. Also durchaus auch ein Film, den sich Frauen anschauen, die keinen Bezug zum Pokern haben.

Bud Spencer und Terence Hill

Was sich Frauen oft weniger gerne anschauen, auch wenn es zwar immer wieder, wenn auch nicht hauptsächlich ums Pokern geht, sind die Filme von Bud Spencer und Terence Hill. Gerade der fesche Terence Hill spielt dabei immer den Kartenexperten, während Bud Spencer genauso verloren in die Karten stiert, wie die zum Zuschauen verdammten Frauen in die stahlblauen Augen von Terence Hill.

James Bond hat in seinem schwarzen Anzug trotzdem mehr Sexappeal als Terence Hill in seinem zerfetzten Unterleiberl, das in normalen Haushalten nicht einmal als Putzfetzen herhalten dürfte. Und James Bond kann auch Pokern, wie er in Casino Royale beweist. Aber daran hat ja ohnedies niemand gezweifelt.

Pokerfilme, Pokerfilme, Pokerfilme

Neben den typischen Pokerfilmen, zu denen auch „Maverick“, „Shade“, „Lucky You“, „Bube, Dame, König, GrAs“, „Poker Alice“, „Four Dogs Playing Poker“, „The Big Blind“, „High Roller“, „Smokin‘ Aces“, „Höchster Einsatz in Laredo“, „Honeymoon in Vegas“ – die Liste könnte noch ein Stückerl weitergeführt werden, aber der Leser weiß wohl schon worum es geht – und den Filmen, in denen Poker zumindest am Rande vorkommt wie „Oceans Eleven“ oder natürlich „Asso“ mit Adriano Celentano, wird auch im Fernsehen viel Poker gespielt. Und die Rede ist da nicht von den Pokerübertragungen auf diversen Sportsendern, sondern von Sit-Coms.

Da verzockt Arthur Spooner schon einmal seine Tochter, Homer Simpson spielt natürlich auch gerne und Al Bundy gewinnt beim Pokern sogar. Während im Kino die Pokerspieler oft unendlich coole Helden sind, abgebrüht wie der drei Tage alte Inhalt einer Gulaschkanone, wird in den Sit-Coms das Pokerspiel eher eingesetzt, um das Klischee des Mittelstands breitzutreten. Nur wenn Charlie Harper androht, nach Vegas zu fahren, will so gar kein Gefühl von Arbeiterklasse aufkommen. (red)

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    foto: www.gluschitsch.com
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