Ahmadinejad trifft Chavez

25. November 2009, 07:26
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Brasilien fordert ausgewogene Lösung im Atomstreit

Brasilia - Der iranische Staatspräsident Mahmoud Ahmadinejad wird heute auf der letzten Station seiner Südamerika-Reise in Venezuela mit seinem Amtskollegen Hugo Chavez zusammentreffen. Es ist der dritte Besuch Ahmadinejads in Venezuela, der zuvor in Brasilien und Bolivien war. Chavez fährt einen betont US-kritischen Kurs und sucht daher die Annäherung an Staaten, die Washington ebenso distanziert gegenüber stehen.

Im Mittelpunkt der Gespräche in Caracas dürfte vor allem die Ausweitung des bilateralen Handels stehen. Chavez war erst im September im Teheran, wo beide Seiten mehr als 250 Kooperationsabkommen abschlossen. Dabei wurden unter anderem Benzin-Lieferungen aus Venezuela und eine Zusammenarbeit bei der Erdgasförderung im Iran vereinbart. Der Regierung in Teheran wird vorgeworfen, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Nuklearenergie nach der Entwicklung von Atomwaffen zu streben.

Brasilien fordert ausgewogene Lösung im Atomstreit

Bei Ahmadinejads Besuch in Brasilien forderte der brasilianische Präsident Luiz Inacio "Lula" da Silva den Iran im Atomstreit mit dem Westen zu einer "gerechten und ausgewogenen Lösung" auf. Die internationale Gemeinschaft müsse mit Teheran im Bemühen um Frieden im Nahen Osten in Kontakt bleiben statt das Land zu isolieren, sagte er nach einem Gespräch mit Ahmadinejad in Brasilia am Montag weiter. Er verteidigte Irans Recht auf die zivile Nutzung der Atomkraft und forderte einen neuen Umgangston mit Teheran.

Allerdings müsse sich Teheran "vollständig" an internationale Verpflichtungen halten, forderte "Lula". Der Iran steht wegen seines Atomprogramms international weitgehend allein da. Zweite Station von Ahmadinejads Lateinamerika-Reise ist Bolivien. Am Mittwoch wird Ahmadinejad, der sich seit seinem Amtsantritt 2005 um eine Annäherung an linksgerichtete südamerikanische Staatspräsidenten bemüht, in Venezuela erwartet. Er wird von einer 150-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet.

Ahmadinejad erklärte auf einer Pressekonferenz, sein Land werde weiterhin versuchen, die Technik zur Urananreicherung zu verbessern, wenn es den Stoff nicht angereichert im Ausland kaufen könne. Der Staatschef steht nach seiner umstrittenen Wiederwahl im Juni, den anschließenden Massenprotesten der Opposition und der Auseinandersetzung um das Atomprogramm unter großem Druck und ist auf der Suche nach internationaler Legitimation. Mit Brasilien empfing ihn eine aufstrebende Wirtschaftsmacht mit rund 190 Millionen Einwohnern, die gute Beziehungen zu den USA, Europa und auch Israel unterhält  (red/APA/AP)

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    Demonstrationen für (links) und gegen (rechts) den Ahmadineja.Besuch in Brasilien

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    Präsident Lula empgängt seinen iranischen Amtskollegen

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