Sechs Tage Hollywood: Star-Rummel in Salzburg

19. November 2009, 20:20
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Cameron Diaz und Tom Cruise sorgen für einen Medien-Hype an der Salzach. Dabei ist es fraglich, ob mehr als ein paar Sekunden Salzburg in die Kinos kommen

Stündlich ändern sich die Drehorte.

Salzburg - Die Salzburger Altstadt gleicht einer Hochsicherheitszone. An jeder Ecke stehen Absperrgitter bereit, daneben zwei oder drei unterbeschäftigte Mitarbeiter eines Sicherheitsdiensts in gelben Warnwesten. Auffällig viele schwarze Limousinen sind rundherum unterwegs. Die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel und rückt das Weltkulturerbe ins rechte Licht. Bei 15 Grad Celsius wirkt der soeben eröffnete Christkindlmarkt etwas deplatziert.

Vor dem Festspielhaus herrscht hektische Betriebsamkeit: Ein Kran bringt einen Großscheinwerfer in Position, teure Sportwagen werden geparkt, Interessierte zücken ihre Fotoapparate. Für die Dreharbeiten zur Actionkomödie Knight & Day wurde der Eingangsbereich des Festspielhauses in eine Hotellobby verwandelt - roter Teppich inklusive. Das Haus am Max-Reinhardt-Platz ist für ein paar Tage das Hotel "Nouveau Rothschild". Auf dem Balkon über dem Eingang stehen mehrere Dutzend Komparsen. Ein Mitarbeiter teilt sie in zwei Gruppen ein: "Ihr hier seid Hotelgäste, die anderen sind Passanten. Nicht vergessen!"

Salzburgs Pressefotografen sind momentan vielbeschäftigt: Nicht nur am Set - gedreht wurde bereits am Donnerstagvormittag eine Verfolgungsjagd in einem Waldstück am Stadtrand -, sondern auch vor dem Hotel Mönchstein auf dem Mönchsberg, wo Cameron Diaz während der Dreharbeiten residiert. Das Gelände ist zwar mit roten Planen blickdicht abgesperrt, aber wer eine Stehleiter dabeihat, den stört das nicht weiter.

Ganze drei Dutzend Fotografen, Kameraleute und Journalisten, dazu noch einmal ebenso viele gewöhnliche Schaulustige bevölkern Donnerstagmittag die Dachterrasse des Salzburger Flughafens. Um exakt 13.17 Uhr ist es dann so weit: Ein weißer Gulfstream-4-Jet setzt auf der Rollbahn auf und wird von zwei schwarzen Limousinen und einem Kombi in Empfang genommen. Etwa zehn Minuten später entsteigt ihm dann der, auf den alle gewartet haben: ein sonnenbebrillter Tom Cruise in weißem T-Shirt und blau-schwarz kariertem Hemd. "Tom, Tom"-Rufe werden laut. Cruise lächelt, winkt ein paar Mal und verschwindet in einer der Limousinen.

Indes verdichten sich die Hinweise, dass die Salzburg-Szenen in dem vom Land mit 300.000 Euro geförderten Hollywood-Streifen deutlich kürzer ausfallen werden als zunächst gedacht. Bereits angekündigte Straßensperren treten laut Polizei nun doch nicht in Kraft, etwa auf der Staatsbrücke, der Hauptschlagader des Innenstadtverkehrs: Dort soll es nur mehr zu kurzfristigen Behinderungen kommen, nicht zur geplanten Totalsperre. Garantie gibt die Polizei aber keine: "Die Änderungen erfolgen im Zwei-bis-drei-Stunden-Rhythmus", sagt ein Beamter. (Markus Peherstorfer / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.11.2009)

 

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    Ein freundliches Winken für Fotografen und Fans: Tom Cruise ist gelandet, die Hollywood-Festspiele können beginnen.

     

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